Madden NFL 18

PS4 Reviews - Madden NFL 18Neues Jahr, neue Engine

Madden NFL 18 - Neues Jahr, neue Engine
21.09.17 08:32 Autor: moritz.h Wie jedes Jahr bringt EA Sports auch 2017 wieder ein neues Madden NFL auf den Markt. Es soll wieder Touchdowns, spektäkuläre Pässe und diesmal auch einen Storymodus zu bieten haben. Wie gut dieser funktioniert und ob sich Madden NFL 18 spielerisch von seinen Vorgängern positiv abgrenzen kann, klärt der folgende Test!
Fazit & Wertung
Wie jedes Jahr steht mit Madden NFL 18 auch 2017 wieder ein neuer Teil der erfolgreichen Madden-Serie von EA Sports in den Startlöchern. Diesmal jedoch mit einer großen Neuerung, welche die Football-Simulation weg vom reinen kompetitiven Sporterlebnisses, hin zur filmisch inszenierten Lebensgeschichte des Quarterbacks Dewin Wade bringen soll – dem Storymodus "Longshot". Doch wie gut funktioniert der neu entwickelte Storymodus und kann das allgemein bekannte Gameplay ebenfalls mit Neuerungen überzeugen?

The Longshot

Mit einem erstmalig vorhandenen Storymodus schlägt Madden 18 einen, mittlerweile recht konventionellen Weg ein. Letztes Jahr versuchte sich Fifa 17 an der Geschichte von Alex Hunter, welche bei Fifa 18 fortgesetzt werden soll. Auch die NBA 2K-Reihe setzt seit Jahren auf einen „Mein Spieler-Modus“, welcher ebenfalls nach und nach mit gut geschriebener Story überzeugen kann. Ein gutes Beispiel ist NBA 2K16, hier saß niemand geringeres als der erfolgreiche US-Regisseur Spike Lee an der Geschichte des Karriere-Modus. Aber auch Madden 18 spart nicht an Prominenz und kommt mit einer ganzen Reihe erfolgreicher Hollywood-Schauspieler daher. Ricky Wayne (bsp. Real Steel) als arroganter Fernsehproduzent Ross Fountain oder Oscar-Preisträger Mahershala Ali (bsp. Moonlight) als Devins Vater – Schauspielerisch muss sich Madden 18 vor nichts und niemandem verstecken. Auch inhaltlich hat der Storymodus einiges zu bieten. Zwar sind Sportgeschichten oftmals mehr als abgenutzt und folgen vermehrt austauschbaren Erzählweisen, "Longshot" zeigt hingegen vorbildlich, wie viel Potential in einer simplen Underdog-Geschichte steckt. Der Quarterback Devin Wade befindet sich auf seinem Weg in die NFL, der besten Football-League der Welt. Begleitet wird er hierbei von anderen Quarterbacks und einem Kamerateam, welches Bildmaterial für die Reality-TV-Show "Longshot" produziert.

Sein Ziel, erfolgreich am NFL-Draft teilzunehmen, muss sich Devin hart erkämpfen und wird vor spielerischen- als auch emotionalen Herausforderungen gestellt. Vor allem letztere glänzen anhand grandios inszenierter, cineastischer Darstellung. Viele Szenen sind nicht nur grafisch verblüffend realitätsnah, auch die filmische Komponente in Form des Soundtracks, sowie der Einsatz von Motion-Capture der Schauspieler schaffen eine überzeugend lebendige Atmosphäre. Auch die sportlichen Herausforderungen, wie beispielsweise das Aufholen eines 21-Punkte-Rückstandes in einem High-School-Spiel, sind ebenfalls in tolle Zwischensequenzen eingebettet. Ein ebenfalls beliebtes Feature sind die verschiedenen Entscheidungsmöglichkeiten, über welche man mehrmals im Laufe des Storymodus stolpert. Jede Entscheidung nimmt Einfluss auf das weitere Geschehen deines Spielers, jedoch nicht mit allzu großen Folgen. Der Rahmen bleibt bestehen und der grundsätzliche Verlauf der Story kann somit nicht verändert werden. Trotz allem bieten die verschiedenen Auswahlmöglichkeiten eine Abwechslung und die Geschichte gewinnt an Lebendigkeit. Die groß angekündigten Auswirkungen haben deine Entscheidungen aber wie gesagt nicht.

Medien im Profisport

Einen durchaus interessanten Ansatz schafft der Aspekt der Reality-TV-Show. Hier wird die Bedeutung und der Einfluss von Medien im und auf den Profisport thematisiert und verdeutlicht. Die verschiedenen Talente werden unter Aufsicht des kommerzbestimmten Fernsehproduzent Ross Fountain in verschiedenen Tests und unter Beobachtung der Öffentlichkeit, wie in einer Castingshow nach Beurteilung ihrer Leistung, aussortiert. Madden 18 spricht die mediale Bedeutung von Profisport an und gibt diese in ausgesprochen zynischer Art und Weise wieder. Das kommerzielle Event steht im Mittelpunkt, nicht mehr der Sport selbst. Vor allem zu Zeiten des Super Bowls wird der Sport medial ausgeschlachtet und die Halbzeitshow oder die teuer produzierten Werbungen bilden oftmals den Hauptanreiz vieler Zuschauer. „The Longshot“ versucht sich erfrischend innovativ an einem aktuellen Thema und zeigt abermals, wie eng Videospiel, Film und die Realität mittlerweile zusammenhängen.

Spiel oder Realität?

Grafisch überzeugt die Madden-Reihe seit Jahren, in den letzten Veröffentlichungen blieb ein maßgeblicher Fortschritt aber stets aus. Doch dies soll der Wechsel der Engine von Ignite zu Frostbite nun ändern. Vor allem im Storymodus kommt der Unterschied in Form von toller Mimik und Performance der Charaktere zum Vorschein. Abgesehen von wenigen vereinzelten Ungereimtheiten erzeugt die neue Engine einen überragend realistischen Look, welcher im Bereich der Sportspiele neue Maßstäbe setzt. Aber auch die Spieler und Zuschauer können optische Verbesserungen vorweisen. Die Stadien wirken echter und auch das Spielgefühl rückt näher an die Wirklichkeit. In Verbindung mit der ohnehin schon tollen Darstellung der Spielervorstellungen und Präsentationen schafft Madden 18 das bisher beste grafische Spielerlebnis der Madden-Reihe.
Neues Jahr, neue Inhalte

Doch nicht nur grafisch, sondern auch spielerisch will Madden 18 einen Schritt nach vorne machen. Einige Neuerungen fallen schnell ins Auge, angefangen bei der Auswahlmöglichkeit von drei verschiedenen Spielvarianten. Zum einen wäre hier Arcade zu nennen, die Variante, welche vor allem Neulinge und Gelegenheitsspieler ansprechen soll. Arcade bietet rundum ein großes Spektakel – spektakuläre Catches, wenig Strafen und recht wenig Gegenwehr. Vor allem der Spielspaß soll im Mittelpunkt stehen, was Madden 18 grundsätzlich auch gelingt. Die zweite wählbare Spielvariante ist die Simulation, die realistischste Darstellung der Sportart. Alle Strafen und alle Regeln werden beachtet, die allgemeine Spielgeschwindigkeit ist bedeutend langsamer im Vergleich zum Arcade-Modus und auch taktisch wird einiges mehr abverlangt. So werden vor allem große Fans der Materie American Football Gefallen an dem Simulation-Modus finden. Zu guter Letzt gibt es noch die Spielvariante Kompetitiv. Wie der Name schon andeutet, dreht sich hierbei alles um den Zweikampf. Mechanische Fähigkeiten, viel Vorwissen und Erfahrung werden vorausgesetzt und der Modus eignet sich somit nur für Experten der Reihe. Insgesamt funktioniert die Idee der verschiedenen Varianten und jeder Spielertyp besitzt die Möglichkeit, den für sich passenden Spielstil zu finden. Auch wenn jede Variante nicht ganz ohne kleinere Schwachpunkte auskommt, ist die Chance groß, dass dieses neue Feature auch weiterhin bestehen bleibt. Eine weitere Neuerung betrifft einen begehrten Spielmodus von Madden, das Ultimate Team. Es lassen sich durch Vollendung des Storymodus diverse Inhalte für das Ultimate Team freischalten.

So kann beispielsweise Devin Wade Teil deines Teams werden und dich in Online Matches unterstützen. Interessant ist hierbei, dass auch deine Leistung im Storymodus Einfluss auf die freischaltbaren Inhalte nimmt. Je erfolgreicher du die einzelnen Herausforderungen meisterst, desto besser wird Devin Wade und kann somit eine noch größere Hilfe im Ultimate Team werden. Des Weiteren stehen ca. 30 Challenges zur Verfügung, die sich an den Schauplätzen der „Longshot“-Story bedienen und dich vor diverse Herausforderungen, wie sie im Karriere-Modus vorhanden sind, stellen. Neben dem Ultimate Team können nun auch im sogenannten Madden Ultimate Squad 3 vs. 3 Spiele ausgetragen werden. An sich eine gute Neuerung, jedoch funktionieren die Teamspiele nur mit Freunden, in einer Gruppe mit zwei dir fremden Mitspielern kommt leider schnell Chaos auf und der Spielfluss gerät häufig ins stocken. Hat man aber eine eingespielte Gruppe kann der neue Modus durchaus für viel Spaß sorgen. Der Play Now Live Modus lässt dich in aktuelle Begegnungen springen, welche mit momentanen Line-Ups und sogar überarbeiteten Moderatoren ausgestattet sind. Für Fans der NFL definitiv eine tolle Verbesserung. Vor allem zu Zeiten der Playoffs wird die Nachfrage nach aktuellen Inhalten immens steigen und „Play Now Live“ kann sich von seiner stärksten Seite zeigen. Im Bereich des Gameplays versucht Madden 18 mit einem neuem Passsystem zu überzeugen. Das „Freie Passen“ soll mehr Kontrolle über die Ankunft des Footballs geben und vor allem erfahrene Spieler ansprechen, jedoch ist das neue Passsystem extrem schwer erlernbar und oftmals zeitlich nahezu unmöglich umzusetzen. Ob es diese Neuerung wirklich gebraucht hätte sei dahingestellt, das ursprüngliche Passsystem erfüllt nach wie vor seinen Zweck.

Und sonst?

Auch wenn die ein oder andere Neuerung durchaus Sinn macht und die Grafik mehr als überzeugen kann hat sich im Bereich des Gameplays definitiv zu wenig getan. Im Vergleich zu den letzten Teilen der Madden-Reihe wird im eigentlichen Gameplay keine gravierende Neuerung oder Verbesserung sichtbar. So groß die grafische Weiterentwicklung auch ist, so klein kommt die spielerische daher. Das Gameplay ist keinesfalls schlecht, was die letzten Jahre gut funktioniert hat, funktioniert auch dieses Jahr. Aber ab und an hätte eine Änderungen des Gewohnten eine durchaus positive Wirkung haben können. Viele der Neuerungen, wie beispielsweise das „Freie Passen“ gehen im Spielgeschehen oftmals unter und können so wenig Einfluss auf das Spielgefühl nehmen. So lässt sich insgesamt recht wenig zum eigentlich Gameplay sagen, da es (wie gesagt) nahezu identisch zu dem des Vorgängers ist.
Fazit & Wertung

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