PlayStation 3Reviews - Max Payne 3
Unter Alkohol und Drogen schießt es sich leichter

Max Payne 3 - Unter Alkohol und Drogen schießt es sich leichter
11.06.12 17:24 Autor: sebastian.k Nach knapp neun Jahren erscheint aus dem Hause Rockstar Games der dritte Max Payne Teil. Weiterhin leidet Max unter seiner Vergangenheit und selbst sein Tapetenwechsel nach Brasilien lindert den Schmerz nicht. Findet Rockstar den Anschluss an den zweiten Teil und überhaupt, ist es noch Max Payne?!
Im Jahre 2001 erschien das erste Max Payne noch aus dem Hause Gathering of Developers (Windows) mit den Entwicklern um Remedy (Auch nur Computerversion). Ach wie gerne erinnere ich mich an die Tage, wo ich diesen ersten Teil nach der Schule, teils Wochenlang, gespielt hatte. Eigentlich war ich nie jemand, der sich wirklich lange an einen Titel fesseln konnte, aber Max Payne tat dies. Mindestens drei mal hatte ich das Spiel durchgespielt, mit jeweils verschiedenen Schwierigkeitsgraden und mir fielen pro Durchgang immer wieder neue Sachen auf. Die Geschichte um Max wusste damals schon zu fesseln. Der Bullet-Time-Effekt (Zeitlupeneffekt) war, neben der für damalige Verhältnisse super Grafik, auch ein Aushängeschild für diesen Titel. Selbst eine anständige Modderszene entstand kurze Zeit nach dem Release, womit auch bekannte Szenen aus Matrix nachgestellt werden konnten.

Nachdem Max seinen Vergeltungsschlag gegen die ursprünglichen Mörder seiner Familie und den Junkies der Valkyr-Droge verübte, blieb es nicht lange Still um ihn. Nur zwei Jahre später erschien Max Payne – The Fall of Max Payne. In diesem Teil übte Max nun wieder seinen Dienst bei der Polizei aus. Aber immer noch plagte ihn die Vergangenheit, die er mit Alkoholexzessen und Tabletten versucht zu verarbeiten. Max muss nicht nur mit seiner eigenen Geschichte fertig werden, sondern muss auch seine letzten Freunde, die in höchster Gefahr geraten waren, versuchen zu retten, sodass er sich wieder in den Untergrund begeben muss. Grafisch baute der zweite Teil auf die verbesserte Version der MaxFX-Grafik-Engine auf. Nach The Fall of Max Payne wurde es um diesen Titel sehr ruhig. Zwischenzeitlich machte der Name Max Payne nur 2008 im Rahmen des gleichnamigen Films öffentlich seine Runden. Der Film übernahm zu einem großen Teil die Geschichte vom ersten Teil des Spiels. Erst im letzten Jahr, also 2011, verkündete Rockstar Games, dass es einen weiteren Max Payne Teil geben wird. Nach und nach wurde auch bekannt, dass Max seine Heimat verlassen hat und in Brasilien tätig ist. Nun wurde der dritte Teil in den letzten Tagen veröffentlicht und ihr erfahrt hier, wie der neue Max Payne seinen Ruhestand verbringt.


Außerhalb von New Jersey
Max hat seine alte Heimat mit Raul Passos, den Max aus der Zeit seiner Ausbildung her kannte, verlassen und ist in Sao Paulo in das Leibwächtergeschäft eingestiegen. Zusammen mit Raul Passos sorgt Max dafür, dass dem reichen Rudrigo, seine Frau und den Kindern bei ihren Freizeitaktivitäten nichts passiert. Immer wieder versingt Max Payne in Depression und Alkoholexzessen, sodass er sogar selbst im Dienst betrunken ist. Das erste, von vielen, Kapiteln spielt auf einem Bankett in einem Hochhaus. Das erste mal, in dem ich Max wieder sehe, lehnt er an einer Brüstung und genießt die Aussicht über Sau Paulo. Sein Kumpel zeigt, in einer schnellen und kleinen Sequenz, um welche wichtigen Personen es sich bei diesem Bankett dreht. Ehe aber Max sich mit einer anderen Person unterhalten kann, wird die Veranstaltung von einigen maskierten Personen gestürmt. Max, der zu diesem Zeitpunkt unter Alkoholeinfluss steht, kann nicht schnell genug reagieren, sodass die Personen Rudrigo und seine Frau entführen können. Max setzt alles auf eine Karte und verfolgt diese durchs Hotel und hier komme ich endlich ins Spiel. Max bewegt sich durch die Tür zum Flur. Kaum hat er diese durchschritten, erscheinen schon die ersten beiden Banditen, die auf mich schießen.


Im Eilverfahren wird via Einblendung und pausierten Spiel, die nun beste Möglichkeit zum weiterkommen erklärt. Spieler die die ersten Teile von Max Payne nicht gespielt haben, werden so im Crashkurs auf die Bullet-Time Funktion und dem bekannten Max Payne Hechtsprung eingeübt. Ohne Zeitlupe schieße ich ein paar mal auf den ersten und zweiten Kerl. Ein glatter Kopfschuss streckt den Gegner nieder. Der Zweite steht, nach zwei Kugeln in der Brust, wieder auf. Ein weiterer Schuss in die Schulter legt ihn dann endgültig flach. Gleich zum Beginn der Geschichte können natürlich Zielhilfen und einer aus fünf Schwierigkeitsgraden bestimmt werden. Die Zielhilfe kann dabei auf leicht oder schwer gestellt werden, was gerade für Anfänger gut ist. Im Arcademodus, denn die Geschichte und der Arcademodus sind separat, gibt es zum Beispiel keine schwere Zielhilfe mehr. Als Ausrüstung habe ich lediglich nur eine Baretta Pistole mit 60 Schuss.

Munition haben meistens die Gegner bei sich, doch hin und wieder muss ich auch andere Waffen nehmen, weil die eine Waffengattung mehr vertreten ist als die andere. Um meine erlittenen Verletzungen zu ertragen, gibt es wieder die kleinen Plastikflaschen mit Schmerzstillern, die sogenannten Painkiller. Nach der Einnahme wird gekonnt das Bild etwas unscharf und verschwommen, aber das gibt sich wieder. Nun laufe ich den Flur herunter, vorbei an einer offenen Tür zu einem Zimmer. Im Flur sind alle Türe verschlossen, sodass der Weg für mich vorgegeben ist. In dem einen Apartment erwarten mich wieder ein paar Gegner. Dank dem Bullet-Time-Effekt, der sich durch die Abschüsse der Gegner und den getroffenen Regionen wieder auflädt, komme ich fast heile zum Tresen, um mich dahinter zu verschanzen. Jenes Feature wird bei diesem Titel sehr groß geschrieben, da die Gegner schon auf Normal ziemlich gut treffen. Dabei besteht die Möglichkeit, aus der Deckung einfach blind oder gezielt zu schießen. In der Kombination mit dem Zeitlupeneffekt, ist dies eine der besten Wege, sich durch 17 verschiedene Abschnitte zu schlagen.

Apartment, zerstörbares Mobiliar und viel Action in Zeitlupe
Aus dem Schlafzimmer stürmt noch ein Gegner, den ich aus
dem Hechtsprung heraus direkt in den Kopf treffe. Da es der letzte Gegner auf dieser Ebene ist, wird der Abschuss der Kugel in Zeitlupe gezeigt und verfolgt, bis hin zum Treffer in die gegnerische Person. Spätestens ab hier ist die Alterseinstufung von 18 Jahren berechtigt. Mit der X Taste kann der Lauf der Kugel sogar noch weiter verlangsamt werden. Nun, nachdem der Gegner auf dem Boden ist und ich mir das Apartment angeschaut habe, gehe ich zum Balkon. Die Level in Max Payne, sind wie in den Vorgängern, sehr eng designt und bieten überwiegend kaum Freiheiten für breite Ausflüge. Doch lohnt es sich oft die Umgebung genauer zu betrachten, denn goldene Waffen gibt es überall zu sammeln, sowie auch Painkiller(Je nach Schwierigkeitsgrad sind mehr oder weniger vorhanden). Jeweils drei der gleichen Sorte müssen gesammelt werden, um dann unendlich Munition für diese Waffengattung zu bekommen.

Auf dem Balkon angekommen blickt Max eine Etage tiefer und sieht wie die Frau von Rudrigo von einem Kidnapper festgehalten wird und von den eintreffenden Polizeieinheiten unter Druck gerät. Max springt spontan auf das neben dem Balkon verlaufende Wellblechdach, mit der Neigung zum Pool auf der darunter liegenden Etage. Während Max nun das Dach herunter rutscht, gibt es nur eine Chance die Frau aus den Händen des Gängsters zu befreien. In Zeitlupe muss ich nun versuchen nicht die Frau, sondern den Gegner genau in den Kopf zu treffen. Gelingt es mir nicht, wird die Frau getötet und ich starte am letzten Speicherpunkt. Speicherpunkte sind in diesem Titel mehr vorhanden, als dass man es erwarten könnte. Doch es gibt auch im Verlauf des Spieles immer wieder Abschnitte, wo ich hängen blieb und mehrmals hintereinander starb, gerade weil ich keine Painkiller oder Munition mehr hatte. Hier haben sich die Entwickler was interessantes einfallen lassen, damit der Frust nicht zu groß wird. Spätestens nachdem man zwei mal gestorben ist, bekommt man eine kleine Aufstockung der Munition. Ein Ableben darauf gibt es sogar einen Painkiller dazu.


Showdown in der Tiefgarage
Nachdem ich nun den Gegner nieder gestreckt hatte, erschien eine kleine Zwischensequenz und es geht weiter ins Erdgeschoss. Kaum aus dem Fahrstuhl raus, gerät Max wieder unter Beschuss. Dank vieler Deckungsmöglichkeiten und der Bulltime, sind die Gegner gut zu bewältigen. Oft werden es wirklich actionreiche Feuergefechte, wo auch Büromöbel oder andere Objekte durch die Luft fliegen. Kurz vor der Tür zur Tiefgarage stößt ein Bandit mit einer Schrotflinte die Tür auf. Ich lasse Max gekonnt in Bulltime nach hinten Hechten und im Rückenlage dem Typen genau ins Gesicht schießen. In der filmreifen Zeitlupe fliegt mein Geschoss an den Geschossen des Gegners vorbei und direkt ins Auge des Typen. Die Schrotflintenkugeln schlagen nur knapp, am liegenden Max vorbei, in den Schreibtisch ein. Der Bandit sackt in sich ein und lässt die Schrotflinte liegen. Schnell greife ich mir die Waffe und folge weiter den Flur bis zur ersten Tür.

Generell kann Max zwei Einhandwaffen (Pistolen oder kleine Maschinenpistolen) (tragen und Dual benutzen) und eine größere Waffe tragen. Im weiteren Verlauf gibt es immer wieder heftige Feuergefechte zwischen Betonpfeilern und parkenden Autos. Bei genügend Kugel, fliegen diese auch ordentlich in die Luft. Zum Schluss erreicht Max das Transportfahrzeug der Banditen gerade noch so und stoppt sie, in einem Zeitlupenmoment, durch einen Reifenplatzer. Hier sind es nur noch zwei Gegner und Rudrigos ist befreit. Nach einem kurzem Dialog ist das erste Kapitel durch.


Lange Story und guter Mehrspieler
Die Geschichte über Max in Brasilien wird fast wie ein Kinofilm erzählt und beinhaltet wirklich viel Action. Neben dem Verlauf in Brasilien, erinnert sich Max auch viel an das, was zuletzt in seiner alten Heimat New Jersey vorgefallen war. Diese Erinnerungen sorgen zur Komplettierung der gesamten Geschichte. Neben vielen Spielstunden (Zwischen 10-13) in der Story und der Highscorejagd im Acardemodus, sorgt der Mehrspielermodus für das große und Ganze.
Er verfügt über die üblichen Spielmodies, wie Team- und Deathmatch, sowie Payne Killer und Gang Wars. Letzteres ist nur verfügbar, wenn alle Spieler als Clan, im Spiel eben Gang, eingetragen sind. An und für sich, ist diese Art der Clan integration sehr schön gelungen, ob es auch viele nutzen werden ist eine andere Sache. Die Standard Modis können mit oder ohne Zielhilfe; mit einer normalen oder großen Spielerzahl ausgewählt werden. Leider gibt es keine Serverlisten, sodass nach einer kurzen Ladezeit ich mich auf einem Server befinde. Die Mehrspielerkarten orientieren sich an die Umgebungen aus der Geschichte und bieten, aufgrund ihrer recht kompakten Größe, nur selten richtig Abwechslung.

Wie es nun bei den heutigen Shootern so üblich ist, verfügt auch dieser Titel über Erfahrungspunkte für jegliche Aktionen in einer Runde. Je nach Level, werden mehr Möglichkeiten zur Individualisierung des Online Spielcharakters erweitert. Von Klamotten über Waffen und verschiedenen Charakteren aus dem Spiel, ist die Palette relativ groß. Einen großen Pluspunkt bekommt der Mehrspieler für die kurze Analyse am Ende jeder Runde. Dort wird angezeigt, wo der Spieler die meisten Treffer abbekommen oder beim Gegner angerichtet hat. Für mich als Statistikfreak einfach nur gut. Auch die Trefferquote und Genauigkeit wird angezeigt. Das beste kommt bekanntlich aber zum Schluss. Denn der Mehrspielermodus ermöglicht es jedem Spieler auch einige Schusswechsel im Bulltime Modus (Zeitlupeneffekt) auszuführen. Für eine kurze Zeit ist das Zielen somit noch einfacher und sorgt für erhöhten Spielspaß.

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