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PS4 Reviews - Micro Machines: World SeriesAb in den Toaster

Micro Machines: World Series - Ab in den Toaster
17.07.17 17:51 Autor: moritz.h Klein, kleiner, Micro Machines - Der Spieleklassiker geht mit "Micro Machines: World Series" in die nächste Runde und versucht abermals mit bunten und abgedrehten Arcade-Rennspaß für Begeisterung zu sorgen. Funktioniert dieses Unterfangen?
Fazit & Wertung
26 Jahre nach Veröffentlichung des ersten Micro Machines (damals noch auf der NES) bringt Codemasters nun mit " Micro Machines World Series " die zehnte Version des Spieleklassikers auf den Markt. Das Arcade-Rennspiel in Miniaturform dürfte im Laufe der Jahre die eine oder andere Freundschaft ins Wanken gebracht haben. Mal abgesehen von der letztjährig erschienenen iOS und Android Version, liegt der letzte Micro Machines-Teil "Micro Machines V4" nunmehr 11 Jahre zurück. Seitdem hat sich auf dem Videospielemarkt viel getan. Alles muss größer und bombastischer werden, um noch Aufsehen zu erregen, oftmals steht die cineastische Darstellung und nicht der Spielspaß im Mittelpunkt. Kann also Micro Machines auch 2017 noch begeistern oder ist die Zeit der erbsengroßen Rennautos vorbei?

Verrückte Maps & abgedrehte Fahrzeuge

Inhaltlich bietet Micro Machines: World Series das, was die Spielreihe seit 1991 auszeichnet: Bunte Maps, winzige Fahrzeuge und lustige Arcade-Rennen. Dir stehen zehn Maps zur Verfügung, welche durch farbenfrohes sowie detailreiches Design zu überzeugen wissen. Gleiches gilt für die zwölf verschiedenen Wagen, welche mit durchaus unterhaltsamen Namen wie "El Incendio" oder "Captain Smallbeard" daherkommen. Sei es ein wuchtiger Panzer oder ein schnittiger Rennwagen - jedes Fahrzeug bringt Vor- und Nachteile mit sich. Vor allem bei dem neu eingebauten "Schlachtmodus" werden diese deutlich. Hier bietet dir jeder Wagen drei verschiedene Angriffsfähigkeiten, um deine Gegner zu zerstören. Auch bei den Rennmodi unterscheiden sich die Fahrzeuge. Manche sind wesentlich träger als andere, was auf bestimmten Maps ein Vorteil sein kann. Es gilt, den für dich stärksten Wagen herauszufinden. Anzeigen, welche dir Informationen über die einzelnen Fahrzeuge liefern(bsp. Mario Kart), sucht man aber leider vergebens. Die Maps sind - wie man es von der Micro Machines Reihe gewohnt ist - einfallsreich und sehr bunt. Die Rennen finden in verschiedenen Alltagsumgebungen wie auf dem Küchentisch, in der Werkstatt oder dem Garten statt. Jede der zehn Maps ist mit individuellen Hindernissen oder Events ausgestattet. Den Detailreichtum bemerkt man oftmals erst nach mehrmaligem Spielen, da an jeder Ecke unterhaltsame Ideen versteckt sind (wie beispielsweise ein Hund, welcher vergebens versucht, an das Essen auf dem Küchentisch zu gelangen). Neben den bekannten Spielmodi "Rennen" und "Ausscheidung" kommt in diesem Jahr mit dem neuen Modus "Schlachten" eine recht große Neuerung um die Ecke, die versucht, einen Battlemodus in die Micro Machines Spielreihe zu integrieren. Dazu aber später mehr. Inhaltlich gibt es also nur wenige Überraschungen, viel interessanter ist jedoch die Frage, ob Micro Machines: World Series es schafft, diese Inhalte zeitgemäß zu gestalten.

Übung macht den Meister

Spieler, welche auch die vorherigen Teile gespielt haben, werden mit der Steuerung keine Schwierigkeiten haben. Für Neueinsteiger steht ein Tutorial bereit, welches in kurzen Schritten die Steuerung sowie die neuen Inhalte präsentiert. Viel gibt es nicht zu beachten, auf den ersten Blick erscheint die Lenkung simpel und sicher, jedoch hält diese Sicherheit maximal bis zum ersten richtigen Rennen an. Vor allem für Einsteiger des Micro Machines-Spielprinzips wird das extrem rutschige Fahrverhalten der Fahrzeuge schnell zu einer großen Herausforderung. Die Fahrzeuge reagieren sehr empfindlich auf Beschleunigungs- sowie Bremsmanöver und sind vor allem in den Kurven schwer zu kontrollieren. Jedoch halten diese anfänglichen Probleme nicht allzu lange an und du solltest nach kurzer Spieldauer in der Lage sein, mehr oder weniger sicher auf der Fahrbahn zu bleiben.
Alt aber gut

Der wohl bekannteste Spielmodus ist die sogenannte "Ausscheidung". Dein Ziel besteht darin, solange zu überleben, bis all deine Mitstreiter sich entweder gegenseitig zerstört haben oder ohne jegliche Fremdeinwirkung in den Abgrund gefallen sind. Soweit so gut. Wären da nicht die gegnerischen Spieler und die zahlreichen Mini Events, welche deiner Siegessicherheit schnell einen Strich durch die Rechnung machen. Jeder Fahrer besitzt durch drei verschiedene Power Ups die Möglichkeit seine Kontrahenten zu beseitigen. Hier wären der Hammer, die Nerf Gun sowie eine kleine Bombe zu nennen, welche dir auf verschiedene Art und Weise den Weg zum Sieg ebnen können. Jedoch ist der Hammer im Vergleich ein wenig zu stark und sorgt somit oftmals für scheinbar unfaires Ausscheiden. Grundsätzlich bieten die Power Ups aber eine Menge Spaß und gestalten das Spielgeschehen maßgeblich mit. Eine interessante Neuerung bringt der sogenannte "Luftschlag" mit sich. Dieser steht dir nach deinem Tod zur Verfügung. So kannst du einen Luftschlag auf einen der restlichen Fahrer abfeuern und somit auch nach deinem Ausscheiden noch in das Spielgeschehen eingreifen. Um einen Gegner auszuwählen, musst du für eine bestimmte Zeit sein Fahrzeug anvisieren, was sich bei den vielen Kurven und hohen Geschwindigkeiten als gar nicht mal so einfach erweist. Diese Neuerung zeigt sich als gelungenes Mittel, um früh ausgeschiedene Spieler bei Laune zu halten. Ein weiteres Hindernis auf dem Weg zu deinem Erfolg besteht in den Mini Events der verschiedenen Maps. Mixer, welche dich weg schleudern oder Sägeblätter, die dich in Stücke reißen - der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.

So wurden zahlreiche schöne und ausgefallene Ideen auf den Maps eingebaut und können Fluch als auch Segen für dich bedeuten. Was jedoch zum Problem wird, ist die teilweise schwammige Kameraführung. So kommt es vor, dass du ausscheidest, obwohl du eine Abkürzung genommen hast und eigentlich vor deinen Gegenspielern sein solltest. Da diese aber den weiteren Umweg genommen haben und die Kamera offensichtlich der Mehrheit folgt, hast du in diesem Fall den Kürzeren gezogen. Leider tritt solch eine Situation recht häufig auf und steht einem flüssigen Spiel im Wege. Ein weiterer Spielmodus ist das normale „Rennen“, wobei mehrere Runden gefahren werden müssen, bis der Sieger ermittelt wird. Viel gibt es hier nicht zu sagen, außer dass sich dieser Spielmodus zum Erlernen der rutschigen Steuerung und der Maps gut eignet. Zu mehr aber leider auch nicht. Micro Machines funktioniert über sein rasantes Spielverhalten, bei welchem vor allem die Bekämpfung der Gegenspieler eine wichtige Rolle spielt. Diese ist beim Spielmodus "Rennen", vor allem im Einzelspieler, eher selten geboten. Bei nur vier Mitstreitern fährt man oftmals alleine über die Maps und ein kompletter Aspekt des Spiels fällt somit weg. Ein großes Problem ist auch, dass sich das Rennen lokal nur im Einzelspieler durchführen lässt. Vermutlich wurde kein Splitscreen entwickelt, welcher beim Spielmodus "Ausscheiden" nicht benötigt wird, beim "Rennen" jedoch notwendig wäre. So lässt sich hier nur das ‚Online Rennen‘ empfehlen, bei welchem bis zu zwölf Spieler gegeneinander antreten. Offline hält der Spielspaß gerade einmal für wenige Runden an.

Ran an die Waffen

Die große Neuerung in Micro Machines: World Series zeigt sich im Spielmodus "Schlachten". Hier musst du deine Gegner mit Hilfe von drei verschiedenen Fähigkeiten, welche von Fahrzeug zu Fahrzeug variieren, möglichst oft zerstören. Die Schlacht findet auf einer begrenzten Map statt, die Kamera bezieht sich nicht auf einen Spieler, sondern zeigt das gesamte Spielfeld. Auf dem Spielfeld verteilt finden sich Gesundheitspacks, mit deren Hilfe du dich heilen kannst, was das Spiel bei einer kleinen Gruppe jedoch häufig unnötig in die Länge zieht. Die Idee dieses neuen Spielmodus ist natürlich nicht neu (bsp. Burnout, Mario Kart etc.), grundsätzlich aber nicht verkehrt, um Micro Machines eine neue Ebene zu verleihen. Wäre da nicht das Problem, wie du an deine Punkte kommst. Diese bekommt nämlich nur der Spieler, der den letzten und somit entscheidenden Schuss auf das beschädigte Auto abgefeuert hat. Diese Funktion lässt nicht den besseren, sondern den Spieler mit dem größten Glück gewinnen. Vor allem bei einer großen Gruppe von Spielern(für die der Spielmodus auch ausgelegt ist), stellt dies ein großes Problem dar. Der Sieger scheint per Zufall ermittelt zu werden, nicht per Leistung. Der Spielspaß bleibt somit leider auf der Strecke.

Belohnungen nur im Kollektiv

Micro Machines: World Series legt seinen Fokus nahezu komplett auf den Mehrspielermodus. Nicht nur, dass dir online mit "Capture the Flag" und "King of the Hill" zwei Spielmodi mehr als im Offlinemodus zur Verfügung stehen, auch die Spielerzahl ist im Onlinemodus um einiges größer. Das Spielgeschehen ist wesentlich chaotischer, aber auch spaßiger. Um deine Fahrzeuge anhand kosmetischer Spielereien zu verschönern, musst du sogenannte Lootboxen freischalten. Diese kannst du dir aber nur im Onlinemodus erspielen, offline besteht keine Möglichkeit, deine Fahrzeuge zu gestalten oder gar aufzuleveln. Außerdem gibt es im Einzelspieler keinerlei Kampagne oder Karriere, du fährst lediglich ein Rennen nach dem anderen, ohne dass ein Sieg oder eine Niederlage eine Rolle spielen. Somit gibt es keinerlei Belohnungen, was die Motivation zum weiteren Spielen stark in Grenzen hält.
Fazit & Wertung

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