Diablo 3Aufrufe: 22810

Diablo 3

Action-Rollenspiel

Plattformen: PC PlayStation 3 XBOX360 Playstation 4 Xbox One Release am: 15.05.2012 Entwickler: Blizzard Entertainment Publisher: Vivendi Games

Information für Eltern

Soundtrack zum Spiel

kein Soundtrack eingetragen

PCReviews - Diablo III
Diabolisches Massaker in gewohnter Qualität

Diablo III - Diabolisches Massaker in gewohnter Qualität
28.05.12 22:04 Autor: marcus.b Gute 12 Jahre mussten Fans von Blizzards Diablo auf einen Nachfolger warten. Nun ist er da und präsentiert sich etwas bunter und auch etwas zeitgemäßer. Ich habe mich durch die vier Akte geprügelt und bin Diablo gegenüber getreten.
Egal welchem Titel Blizzard auch auf die Spielergemeinschaft los lässt, der Hype ist jedes Mal riesig. Dies dürfte auch beim aktuellen Hack&Slay Rollenspiel Diablo III keinem entgangen sein, welches seit kurzem mehr oder weniger in den Regalen der Händler vorzufinden ist, sofern sich jene auch mit ausreichend Vorrat eingedeckt hatten. Der große Run sollt sich jetzt, knapp zwei Wochen nach dem offiziellen Release, aber mittlerweile etwas gelegt haben, so dass jeder Fan der Spielreihe bzw. auch Neueinsteiger ein Diablo III nun sein eigen nennen dürfte.


Bevor jetzt jemand einen regen Vergleich der alten Diablo-Titel mit dem neuesten Ableger erwartetet, muss ich gleich vorweg gestehen, dass ich mich zu der soeben zuletzt genannter Kategorie zähle. Womit ich mich bei den 12 bzw. 16 Jahre zurückliegenden Releases der ersten beiden Diablo-Spiele sowie den aktuellen Diablo III Verkaufszahlen nach, aber in einer recht großen Gesellschaft befinden sollte.
Speziell an jene soll sich auch mein “Erfahrungsbericht” richten.

Zu den ärgerlichen Startschwierigkeiten wurde mittlerweile auch schon genug gesagt bzw. hat dies wohl jeder selbst zu spüren bekommen. Nur soviel noch. Egal wie oft sich Blizzard noch entschuldigt, der große Ansturm auf die Server war mehr als voraus zu sehen und hätte mit entsprechenden Maßnahmen seitens des Entwicklers verhindert werden müssen.


Ehrlich gesagt, ging der Hype um Diablo III bis zum offenen Beta-Wochenende gänzlich an mir vorbei. Kein Wunder, hatte ich bis dato auch noch kein großes Verlangen mich mit dem Hack&Slay Genre Auseinander zusetzen. Was sich mit dem Besuch beim Beta-Wochenende nun auch nicht gerade schlagartig änderte, jedoch aber mein Interesse für Blizzards neuestem Werk weckte. Mit dem dann rechtzeitig zum Releasetag eintreffenden Testmuster, stand einem ausführlichen Ausflug also nichts mehr im Wege.
Ach ja. Vorab noch ein Wort zu den Startschwierigkeiten kurz nach dem Release, obwohl dazu schon mehr als genug gesagt wurde. Egal wie oft sich Blizzard noch entschuldigt, der große Ansturm auf die Server war mehr als voraus zu sehen und hätte mit entsprechenden Maßnahmen seitens des Entwicklers verhindert werden müssen.

Die Story des Spiels hier auszubreiten könnte etwas ausufernd werden, da sich hier mal wieder alles um Himmel und Hölle sowie den zahlreich dazu gehörenden Gestalten dreht. Wer sich tiefergehend damit beschäftigen möchte, bekommt auch reichlich Stoff und Hintergrundinfos geboten. Andererseits kann man jene auch kurz auf “Gut gegen Böse” herunterbrechen und sich voll und ganz dem hingeben, was den Reiz des Spiels ausmacht - der Sammelleidenschaft. Aber vorerst ab ins Menü von Diablo III.
Zum Start muss man sich für eine von fünf Charakter-Klassen entscheiden, die da wären Mönch, Dämonenjäger, Hexendoktor, Zauberer und Barbar. Neben den speziellen Stärken der einzelnen Klassen, spielt vor allem die Vorliebe für Nah -oder Fernkämpfer hier eine entscheidende Rollen.
Da Blizzard auf eine Option zur Erstellung eines individuellen Charakters verzichtet hat, gleicht ein Held also den anderen, abgesehen von speziell im Spiel erhaltenen Kleidungs - und Rüstungsgegenständen.

Auf ein Tutorial wurde ebenfalls verzichtet, was aber auch ehrlich gesagt völlig überflüssig wäre, ist der Einstieg ins Spiel doch alles andere als schwer oder umständlich. Jeder der schon mal an Maus und Keyboard Hand angelegt hat, sollte auf keinerlei Probleme stoßen. Alle weiteren zu beachtenden Grundlagen werden im vorderen Verlauf des Spiels relativ verständlich erklärt. Das die Grafik nicht das Nonplusultra aktueller Videospiele darstellt, ist in erster Linie natürlich der Blizzard-Firmenpolitik zuzuschreiben. Wie immer ist der Entwickler nämlich darauf bedacht, mit seinen Veröffentlichungen so viele Spieler wie möglich zu erreichen. Somit ist auch Diablo III auf zahlreichen Mittelklasse-Rechnern bestens lauffähig. Was aber nicht heißt, dass das Spiel jetzt schlecht ausschaut. Durch die Iso-Perspektive, welche sich nicht heranzoomen lässt, kann Blizzard die Hardware-Anforderungen natürlich schon etwas lockern. Als Ausgleich gibt es dafür aber einige gerenderte und pompös in Szene
gesetzte Zwischensequenzen, die jeden Grafik-Enthusiasten zum Sabbern bringen sollten. Ein düsteres Ambiente, zerstörbare Umgebungen, tolle Schauplätze und klasse inszenierte Bosskämpfe tun ihr übriges, um den Titel dennoch gut aussehen zu lassen.


Nun zum Kernstück von Diablo III, welcher hauptsächlich dafür verantwortlich ist, so viele Spieler in seinen Bann zu ziehen. - der schon besagten Sammelleidenschaft. Wenn man nicht gerade seine Maushand durch Klick-Marathons, beim Ankämpfen gegen schier unendlich auftauchende Monsterhorden, für den nächsten Arztbesuch klar macht, ist man stets damit beschäftigt Items aufzusammeln, jene zu vergleichen, zu verkaufen oder mit deren Material neue Waffen und Rüstungen herstellen zu lassen. Wer Diablo vorher, so wie ich, noch nicht gespielt hat, steht dem garantiert erst mal etwas skeptisch. Was soll daran schon toll sein? Unentwegt durch Monsterhorden kloppen und Gegenstände aufsammeln hört sich auch nicht wirklich überzeugend an. Aber ich muss gestehen, es wirkt wirklich. Irgendwie hat Blizzard genau den richtige Balance zwischen den einzelnen Gameplay-Elementen hinbekommen. Immer kurz vor der Eintönigkeit wird man mit speziellen Items, Bossgegnern, einer neuen Location oder Zwischensequenzen wieder auf den richtigen Pfad gebracht, um weiterhin am Ball zu bleiben. Auch die einzelnen Talente und Fähigkeiten der Charakterklassen stehen dem in Nichts nach. So ist man stets genau auf dem richtigen Level um nicht überpowert bzw. zu schwach, um es mit den aktuellen Gegnern aufnehmen zu können. Vorausgesetzt, man setzt seine Talente und Runen auch richtig ein.


Zur Verstärkung darf man obendrein noch zwischen drei verschiedenen Begleitern wählen. Je nach Vorliebe, steht einem entweder ein Schurke, Templer oder eine Verzauberin zur Seite. Diese sorgen mit ihren Kommentaren für etwas Abwechslung und können mit speziellen Gegenständen ausgerüstet werden. Etwas eingeschränkter als beim eigenen Charakter, kann man auch bei seinen Mitstreitern einige Fertigkeiten zur Festlegung des Kampfverhaltens zuordnen.
Neben dem Solo-Abenteuer, beherbergt Diablo III auch einen Koop-Modus für bis zu drei weitere Mitspieler, um dem Bösen gemeinsam Einhalt zu gebieten. Dabei kann man auf alle dazugehörigen Features, wie etwas Freundesliste, das Spiel als Gruppe sowie Chatfunktionen zugreifen. Und wer hätte das gedacht, auch dort geht das sammeln munter weiter. Mal abgesehen von Items und Gold, die extra für jeden Spieler getrennt zur Verfügung stehen, können zusätzlich noch gesonderte Koop-Erfolge freigeschaltet werden.
Das groß angekündigte Auktionshaus ist ebenfalls schon freigeschaltet, jedenfalls was den goldbasierten Teil betrifft. Dort wird auch schon fleißig mit Gegenständen gehandelt. Die einfache Bedienung und Übersichtlichkeit macht dieses auch kurz gesagt zu einem Kinderspiel. Der Teil zum Echtgeld-Handel wurde momentan erst mal verschoben, so dass ich dazu noch kein Fazit abgeben kann.


Alles in allem kommt Diablo III mit einem wirklich gut durchdachten Spielprinzip daher, welches letztendlich auch das erfüllt was es soll, nämlich den Spieler stets bei der Stange zu halten und zum weiterspielen bzw. sammeln animieren. Eine Spielzeit von ca. 30 Stunden für den einmaligen Durchlauf auf dem normalen Schwierigkeitsgrad, kann sich ebenfalls gut sehen lassen.
Einige kleine Mängel trüben hin und wieder aber dennoch den Sammeltrieb. So fehlte mir beim durchstreifen von Sanktuario eine komplette Übersichtskarte, um den Verlauf der Abenteuer auch besser nachvollziehen zu können. Stattdessen muss man sich stets nur mit einer Map vom aktuellen Gebiet begnügen. Etwas umständlich ist auch der Vergleich von Items, sofern diese noch vor einem liegen. Eine sofortige Einblendung des Wertes würde einem viel unnötig vergeudete Spielzeit ersparen. Momentan sieht es noch so aus, dass man erst mal so gut wie alles gezwungenermaßen ins sein meist eh schon überfülltes Inventar aufnehmen muss, um es dann, nach einem kurzen Vergleich mit seinen anderen Gegenständen, sofort wieder abzuwerfen. Der mir nicht im Gedächtnis gebliebene Soundtrack und einige sich gleichende Quest-Gebiete, hinterlassen zusätzlich einen faden Nachgeschmack.