007 First Light
Die frische Origin-Story – Bond vor dem Doppel-Null-Status
In First Light treffen wir auf James Bond, verkörpert von Patrick Gibson. Am Anfang besitzt dieser James Bond noch keinen 00-Status und stolpert dennoch in heftige Schwierigkeiten. Nachdem er knapp seine erste, unfreiwillige Mission überlebt hat, startet für ihn die Ausbildung beim MI6 Agenten. Die ersten Spielstunden sind geprägt vom intensiven Training und kennenlernen wichtiger Charaktere und Begleiter. Bereits hier liefern IO Interactive ein Feuerwerk an tollen Darstellungen, Storyabläufen und Spielmechanikwechsel ab. James Bond muss als werdender Agent alles können. Entsprechend Schießen, Fahren und auch lautlos unterwegs sein. Ja… Die Zeit im Trainingscamp wird dem einen oder anderen etwas auf den Keks gehen, allerdings sollte man hier die Liebe zum Detail nicht aus den Augen verlieren. Einblendungen von Monaten mit überzeugenden Videoübergängen von Dialogen und Tätigkeiten, gepaart mit spontanen Spieleinsätzen, die eine Interaktion mit der Figur vertiefen. Wie ich schon geschrieben habe: Es wirkt wie ein richtig guter Mitmachfilm. Nach der Zeit im Training wartet auf James Bond und seine Kollegen die wohl größte Herausforderung. Die Jagd nach dem abtrünnigen ehemaligen MI6-Agenten 009. Die Geschichte führt uns über verschiedene Gegenden und wird immer spannender. Zudem lernen wir den Charakter von James Bond immer besser kennen und das, was ihn letztendlich auch ausmacht. Kurz und knapp: Ein Mega Abenteuer! Übrigens müssen wir auf beliebte Charaktere des 007 Franchise nicht verzichten: M, Q und Moneypenny stehen dem jungen Agenten zur Seite.
Spielerisch einfach Super
Spielerisch zeigt IO Interactive genau das, was sie mit der Hitman-Reihe perfektioniert haben. Maximale spielerische Freiheit! Natürlich ist James Bond kein Rambo, aber eine gewisse Auseinandersetzung kann auch er eingehen. Das Gameplay im Allgemeinen setzt sich clever aus Stealthelementen, gezielten Einsatz von High-Tech-Gadgets, dynamische Nahkämpfe und packende Deckungsshooter-Mechaniken zusammen. Ich hatte am Anfang etwas Angst, das der Spieler hier ein bisschen locker und ohne dynamische Bewegungsmuster durch das Spiel getrieben wird. Ich habe mich sowas von geirrt. Im Kern bewegt sich James Bond wirklich top, die Steuerung reagiert sehr souverän und das egal ob beim Klettern, Sprinten oder Schleichen. Es wirkt einfach perfekt. Überzeugt war ich auch von diversen Interaktionen, die auf mehrfaches drücken einer Taste oder schnelles Tippen einer Taste, sowie den richtigen Knopf innerhalb einer Reaktionszeit drücken, aufbauten. Der fließende Übergang von Sequenz und Spieleraktion gefällt mir enorm. Übrigens gibt es drei Schwierigkeitsgrade zwischen die ich wählen kann. Das Muster ist immer gleich: Mehr Leben für James und weniger Wiederstand bei dem Gegner unter Leicht bis hin zu höheren Stufe mit umgekehrten Settings. Für jeden sollte also etwas dabei sein. Komme ich zum Schießen. Auch wenn Schusswechsel meistens vermieden werden sollten, so kommt es durchaus auch vor, von diesen Gebrauch zu machen. Der Titel bietet eine Fülle an Waffen, auch wenn sie innerhalb der Story nicht so vielfältig ausfallen als in der Taktischen Simulation. Dennoch… Sie klingen super und lassen sich optimal Handhaben. Ein Individualisieren oder Upgraden von Waffen ist in der Story nicht möglich. Im Taktischen Simulation Modus kann die Lackierung geändert werden. Unter dem Strich, gibt es nichts an dem Ganzen auszusetzen. James Bond kommt übrigens noch mit einer natürlichen Hilfe daher: Dank der “erhöhten Konzentration“ habe ich für eine kurze Zeit eine Art Bulltime/Zeitlupen-Effekt, womit genauere Treffer gesetzt werden können. Diese sind aber wirklich stark begrenzt und somit muss man damit etwas haushalten. Komme ich zum Umgang mit den High-Tech-Gadgets von Q, die ich als kleine Hilfe nutzen kann. Dabei hat James Bond eine spezielle Uhr, welche verschiedene Funktionen besitzt. Allerdings sind diese begrenzt und müssen durch bestimmte Mittel, welche sich im Einsatzfeld durchaus finden lassen, wieder aufgefüllt werden. Im weiteren Verlauf werden wir öfters zu Q gebeten, der das allgemeine Arsenal weiter ausbaut. Allerdings kann ich nicht alles mit in den Einsatz nehmen. Man muss sich schon für zwei Funktionen bei der Uhr entscheiden. Zusätzlich kann die Uhr die Umgebung abscannen und Ziele anzeigen. Selbst durch die Wände durch. Es macht wirklich spaß mit dem Gadget zu arbeiten. Zuletzt geht es auf die Fahrzeuge ein. Das Lenkverhalten von den Fahrzeugen ist nicht ganz so perfekt und wirkt leicht klobig. Allerdings ist das kein großer Grund zur Kritik. Ja… Es kommt natürlich vor, das James Bond davon gebraucht macht aber man kann es überaus gut ertragen.
Auch nach der Geschichte noch sehr unterhaltsam
007 First Light besitzt im Kern einmal die richtige Geschichte (Bei dem auch wirklich fortlaufend wie bei einem Film gespielt wird) und Taktische Simulation, eine Art Simulation- und Herausforderungsraum, bei dem ich sowohl bisherige Missionen noch einmal nachspielen kann, als auch diverse speziellere virtuelle Trainingseinsätze. Diese beiden unterscheiden sich wie folgt: In Eskalation gibt es feste Aufgaben und Abläufe die mehrere “Durchläufe“ haben. Meistens sind sie mit Training, Test und Prüfung fortlaufend angesetzt. (Man spricht hier auch von Einsatzstufen) Die darauffolgenden Missionen schalten sich erst nach und nach frei. Innerhalb jeder dieser Eskalationen gibt es eine Reihe Herausforderungen die Punkte und Informationen als Belohnungen bringen. Achja… Eine Bestenliste gibt es hier auch, sodass man sich mit anderen Spielern via Bestenliste messen kann. Etwas freier gestalten sich da über die Einsatzzentrale die Operationen. Diese sind ähnlich wie die Einsätze in der Story ohne komplette Stufen. Allerdings sind diese an dem Fortschritt in der Story gebunden. Übrigens: Die Einrichtung in diesem Modus ist das Immersive Agent Training von TacSim auf einer geheimen Ebene des MI6. James Bond kann sich innerhalb dieses Traktes frei bewegen, sowie Sammel- und Belohnungsobjekte an der Wand betrachten. (Diese werden vor allem durch die Geschichte nach und nach wie Trophäen ausgestellt. Dabei ist es egal ob Postkarten, Herausforderungsauszeichnungen oder andere Dinge, welche in der Story gefunden werden) Abseits dieser Sachen kann ich über ein Terminal meinen kommenden virtuellen Einsatz wählen und in der Ebene darunter mich ausrüsten. Und hier kommen dann auch weitere Dinge auf den Plan. Innerhalb dieses Spielmodus sammelt man XP für den Spielerrang und Informationen. Diese beiden Dinge, regeln das Freischalten und Kaufen von neuen Gadgets, Waffen und auch Skins. James Bond kann an entsprechenden Bereichen als seine Gadgets, Waffen und auch seine Kleidung frei aussuchen. Übrigens landen auch hier die Twitch-Drops, falls ihr welche abgreifen konntet. Innerhalb der Story (Geschichte) werden sie nicht aktiviert! Habe ich meine Auswahl getroffen, so geht es in die Simulation. Nach dem Einsatz wird dieser bewertet und ich erhalte meine Belohnungen. (XP und Informationen) Es ist klar, dass hier auch Herausforderungsziele stärker gewichtet werden als in der Story. Der IAT von TacSim ist eine wirkliche Abwechslung und Ergänzung zur Story. Nicht das die Story kurz oder uninteressant wäre, aber in diesem Modus kann man sich auch mal richtig mit festen Herausforderungen als Zielen beschäftigen.
Atmosphärisch lobenswert
Spätestens seit Spielen wie Quantum Break, Beyond two Souls oder Until Dawn wissen wir, dass man Videospieletitel durchaus super wie ein Film gestalten und zeitglich den Spieler in diesen gewissen Bann ziehen kann. Dies tut auch 007 First Light. Von der ersten Minute an, war ich voll bei James Bond und der Storyline. Mal abgesehen das, dass Training schon etwas langatmig war. Aber später nimmt das schon besondere Ausmaße an. Grafik, Animationen und natürlich der Sound spielen dabei aber eine gleich wichtige Rolle, wie die Steuerung. (Welche ich ja schon gelobt habe.) Die drei angesprochenen Komponenten harmonieren sehr vorbildlich, sodass alles sehr überzeugend wirkt. Nur gelegentlich hatte ich das Gefühl, das ein bisschen Hitman-Gene durchschimmern. Aber letztendlich ist das nicht schlimm, denn das gesamte Paket stimmt.
Geschichte und heutige Verkaufszahlen gefällig?
Erschreckenderweise kann man mittlerweile auf 40 Jahre Videospielgeschichte beim James Bond Franchise zurückblicken. Alles fing in den 1980er an. Das erste offiziell lizenzierte Spiel, James Bond 007, erschien 1983 von Parker Brothers für Systeme wie den Atari 2600 und Commodore 64. Es folgten über die 1990er noch diverse, oft mäßig erfolgreiche Action- und Jump-’n’-Run-Titel zu Filmen wie Im Angesicht des Todes oder Lizenz zum Töten, darunter James Bond 007: The Duel (1993) für das Sega Mega Drive. Das goldene Zeitalter von 1997 bis Mitte der 2000ner stieß aber Entwickler Rare mit GoldenEye 007 von 1997 auf. Für den Nintendo 64 entwickelt, revolutionierte das Spiel das Konsolen-Shooter-Genre und setzte Maßstäbe im Multiplayer-Bereich. Und auch ich konnte mich daran erinnern, wie ich es zusammen mit einem Kumpel elendig lange gezockt hatte. Der Titel zählt bis heute zum erfolgreichsten James Bond Spiel überhaupt und zwar mit um die 8 Millionen verkauften Exemplaren! Ab 1999 wechselte die Lizenz zu EA. Die EA-Ära ging von 1999 bis 2004 mit brachte Titel wie Agent im Kreuzfeuer (2001), Nightfire (2002) oder das filmreife Alles oder Nichts (2004) mit bekannten Hollywood-Darstellern heraus. (Agent im Kreuzfeuer steht in der Highscore an meistverkauften Exemplare auf Platz 2, mit rund 5,1 Millionen. Gefolgt von Nightfire mit rund 4,9 Millionen Exemplaren.) Im Zeitraum von 2006 bis 2020 gab es wieder Lizenzwechsel und auch eine weitläufige Durststrecke. Activision sicherte sich ab 2006 die Rechte, konnte aber selten an alte Erfolge anknüpfen. Titel wie Ein Quantum Trost (2008) oder das enttäuschende Jubiläumsspiel 007 Legends (2012) blieben hinter den Erwartungen zurück. (Bei Legends waren es nur noch 750 Tsd verkaufte Exemplare.) Danach ruhte die Videospielmarke für fast ein Jahrzehnt. Abgesehen von den nun aufgezählten Spielen gab es insgesamt 24 verschiedene Spiele rund um die Doppel-Null Agenten. Und nun? Mit 007 First Light bringen IO Interactive nicht nur eines der reifsten und besten James Bond Spiele dieser Zeit auf dem Markt, sondern erzählte auch eine eigenständigere Geschichte. Dies muss aber durchaus nicht schlecht sein, wie ich meine. Wie schneidet der Titel nun aber Verkaufstechnisch ab? Laut diversen Quellen wurde der Titel in den ersten 24 Stunden über 1,5 Millionen Mal verkauft. Innerhalb der ersten Woche dann schon 2,7 Millionen. Und laut den Kollegen von IGN waren es nach knapp über zwei Wochen schon über 3 Millionen. Mittlerweile gab es die offizielle Mitteilung: 4 Millionen verkaufte Kopien. In Anbetracht der siebenjährigen Entwicklung des Spiels und einem Budget von 200 Millionen US-Dollar stehen die Zeichen aktuell sehr gut. Dies bestätigte auch IO Interactive CEO Hakan Abrak, welcher meinte, dass die Zahlen aktuell über den Erwartungen des Studios liegen würden.
Erfahre hier, wie der Titel in unserer Wertung abgeschlossen hat.
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Erstellt von Seb66
Zuletzt online: 1 Stunde 8 Minuten
Kategorie:
Test
Veröffentlicht
Aktualisiert
19. 08. 2026 um 12:26
24. 08. 2026 um 20:33
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