Allgemein Kolumne - Wie wird die Zukunft der Spiele aussehen können?

Kann sich jetzt schon jemand vorstellen, wie Spiele in der Zukunft den Weg zum Endverbraucher finden werden und zu welchem Preis. Wir wagen einen Blick in die Glaskugel und prognostieren eine Zukunft, was wäre wenn und wie.
Beitrag vom 27.11.09 12:59 von nilius
Vielleicht machen sich noch nicht viele Gedanken darüber, wie die Zukunft der Spiele aussehen könnte. Wahrscheinlich am wenigstens die, die als Endverbraucher am Ende der Kette stehen. Denn sie sind anpassungsfähig wie keine andere Spezies. Doch zuvor muss sich ein anderer anpassen, weiter entwickeln und Ideen ausprobieren. Die Vertriebe und die Entwickler stehen an vorderster Front, und bereiten den Weg für die Massen, die ihnen folgen werden. Was wird sich also in Zukunft kostengünstig und erfolgreich durchsetzen? Das ist die Gretchen-Frage. Denn sie wird darüber entscheiden, wer am Markt die Stiefel anbehalten wird. Bleibt als erstes einmal zu klären, welche Alternativen stehen momentan im Raum. Ganz klar müssen wir noch zwischen Konsolen und Computer unterscheiden, dies wird aber das erste Hindernis sein, was es zu überwinden gilt. Kein Entwickler will alles doppelt und dreifach machen. Sprich im Grunde ganz einfach, es wird nur noch eine Spieleplattform geben, oder vielmehr eine Form des Bereitstellens von Spielen. Ich lasse die Mobilen Geschichten jetzt mal außen vor. Das dass Internet die erste Wahl sein dürfte, versteht sich von selbst. Kein Publisher wird in Zukunft noch Groß - oder Einzelhandel beliefern. Spieleshops werden aussterben, traurig für all die Cover und Hardboxen Fans in dieser Welt, aber eine Tatsache. Dies dürften sich übrigens auch jetzt schon die Großen in der Branche auf die Serviette schreiben. Nächster Schritt sind die Echtzeit-Installationen, also weg von 15 Gigabyte laden und anschließend eine dreiviertel Stunde installieren. Spiele werden geladen, vielleicht sogar nur gecacht und schon geht es los. Patches und DLC´s werden im Hintergrund geladen oder gecacht. Spiele-Konten werden globalisiert, einer für alle, alle für einen, den Spruch kennen wir ja schon. In diesem Kontext steht wohl auch der virtuelle Computer zur Diskussion. Ein Anbieter wird dir all das was jetzt unter deinem Schreibtisch oder neben deiner Glotze steht, zur Verfügung stellen, natürlich im Abo, versteht sich von selbst. Das spart Strom und Platz, und vor allem Hirn, das du nicht mehr für überflüssiges Einrichten und Konfigurieren abzweigen musst. Ob du dann einen Film schauen, oder ein Spiel spielen willst, oder dir nur die neuste Staffel Popstars 333 reinziehst, alles kein Thema, solange du nicht Bonitätsprobleme hast. Aber schweifen wir nicht ab, bleiben wir bei den Spielen, denn darum soll sich ja diese Kolumne drehen. Die Zukunft gehört ganz klar den Online Spielen. Ob ich nun ein Tetris im Solo-Modus zocke oder ein Risen im Alleingang meistere, dahinter wird eine Online Community stehen, denen ich in allen Einzelheiten jeden noch so kleinen Erfolg per Private Massage zukommen lassen kann. Und jeder Publisher wird wissen, wann ich spiele und wann ich auf dem Klo sitze. Dies bitte nicht in den falschen Hals bekommen, ich für meinen Teil, teile gerne alles und jedem alles mit. Oder lasse es andere für mich tun. Auch werden sie wissen, welche Farbe ich der Hose meines Avatars verpasst habe, damit entsprechende Reklame extra auf mich zugeschnitten, mir angeboten werden kann. Das und noch all die anderen Dinge erleichtern unseren Alltag ungemein. Denn, wie die Tendenz in den letzten Jahren es ja deutlich zeigt, keiner will sich noch Gedanken darüber machen, ob er sich zum Vollidioten der Nation macht, oder wo er als nächstes etwas Essbares her bekommt. Dies überlassen wir anderen, anderen die auch genug Geld damit verdienen, mir solche Sachen abzunehmen. So brauchen wir uns doch gar nicht mehr darüber wundern, dass Spiele, die im Grunde ein wichtiger Bestandteil der Gesellschaft waren und sind, zu einem Manipulationsobjekt verkommen sind. Ich will die Vorteile gar nicht schlecht reden, es ist eben schön ein Spiel spielen zu können, auf das ich gerade Bock hab, und nicht mich darüber zu ärgern, dass der Titel nicht läuft, weil meine kleine Schwester mit der DVD Germanys next Topmodel gespielt hat. Auch, dass ich die neusten Updates mir nicht ewig auf guten Game-Portalen, wie diesem hier zum Beispiel, zusammen suchen muss, ist klasse. Alles keine Frage, doch der Preis der Einfachheit, ist eben ein sehr hoher. Wenn wir den Gedanken weiter spinnen, vielleicht werden unabhängige Wertungen auch in Zukunft überflüssig, weil sich jeder Spieler, für einen schmalen Obolus selbst ein Bild von der Grotte machen kann, dann ärgert er sich nicht mehr ganz so wild, als wenn er die Vollversion zum aktuellen Kurs erstanden hätte. Mal davon ab, das Medien-Politik auch heute schon zum guten Ton gehört. Stimmt die Kohle, stimmt die Wertung. Diese wird dann in Zukunft gleich mit präsentiert, wenn ich mir auf Steam zum Beispiel eine Demo ziehen will, für nur 1.99€. Das Gute, gefällt mir das Spiel, bezahle ich nur noch den Rest und die Vollversion hatte ich ja eh schon geladen. Das könnte ich wahrscheinlich noch endlos weiter so treiben, es ist eben wie in der Religion, alle glauben an einen anderen Gott, obwohl es ja nur einen geben kann. Und so wird es auch mit der Zukunft der Spiele nicht anders aussehen. Wir können jammern und den Rücken kehren oder eben das nehmen, was wir geboten bekommen. Eine andere Wahl hatten wir doch sowieso noch nie. Versteht diese Worte nicht falsch, ich bin der Religion Spiel und all den vielen Göttern schon so lange verfallen, dass ich mit der Pein sehr gut leben kann. Aber ab und zu düngt es mich, das Wort zu erheben und in die Zukunft zu schauen. Vielleicht liege ich auch völlig daneben und wir werden in Zukunft Spiele bekommen, die ihrem Genre immer eine weitere Krone oben auf setzen, Spiele die eine gute Geschichte zu erzählen haben und spannend sind, oder einfach nur einen grandiosen Multiplayer bieten. Spiele die keinen nur abzocken oder verarschen wollen, sondern richtig Spaß machen. Kann alles sein, denn Hellsehen kann ich leider wirklich nicht und die Glaskugel erwies sich als mächtig trüb.

Meinungen

04.12.09 09:35
Pencil
Zuletzt online: 03.09.19 02:22
Der Artikel ist gut geschrieben und auch eine sehr gute Diskussionsgrundlage, keine Frage, aber der Inhalt ist doch stark pessimistisch, in meinen Augen übertrieben. Das hört sich so an, als wären alle guten Wertungen erkauft, womit gleichzeitig die ganze Presse denunziert wird (inklusive ePrison bei guter Wertung).

Natürlich stellt sich die Frage von welcher Zukunft wir reden, aber es hört sich nach einer fernen Zukunft an, die natürlich, wie richtig beschrieben, leider (oder gott sei dank) niemand voraussagen kann und von daher ist der Blick in die Glaskugel doch teilweise (gerade durch die virtuellen Computer) realistisch zu betrachten, da ja schon von diesen in der Presse (Gegenwart) geredet wird.

Ein Gerät, das die Hausfrau bedienen kann, gibt es auch jetzt schon, das nennt sich Wii. Solange es einen große Gemeinschaft an Computerfans gibt, wird auch der Computer meines Erachtens nicht aussterben.

Außerdem denke ich, dass haben auch Computerschmieden wie id erkannt (durch den Aufkauf von Splashdamage), dass die Community sehr wichtig ist und ein Spiel erst zu einem Kultobjekt macht, unter Anderem durch neue Inhalte. Diese müssen erst erstellt werden und das ist, in großem Ausmaß nur am Rechner möglich, da dieser der Konsole immer einen Schritt voraus ist und ein Virtueller Rechner nicht diese Leistung erbringen kann und erst recht nicht, wenn ein Rechencluster irgendwo dahinter steht und für Tausende von Leuten Daten an die virtuellen Rechner auslagern soll.

Der virtuelle Computer kann natürlich als Bedrohung gesehen werden, er kann jedoch auch eine Chance sein, seinen Inhalt überall auf der Welt zu öffnen und zu bearbeiten(nicht nur für Games und auch als Flatrate). Wenn, dann werden die Leute doch durch diesen Hauptnutzen davon überzeugt, dass Produkt sich zu kaufen und nicht von den Vertrieben (die angeblich sagen: Komm und Spring Lemming Konsument, denn ansonsten würde es ja gar keine Flopprodukte geben). Denn es existiert ja tatsächlich ein Mehrnutzen für den Konsumenten.

Außerdem wird doch der Laptop (ich weiß nicht ob das hier zu Mobiles zählt, oder nur das Handy) übergangen. Es ist doch gerade der Vorteil, dass man ihn überall mit hinnehmen kann und wenn es überall ein Netz geben würde, auch überall nutzen kann, selbst dort wo kein virtueller PC steht. Also so schnell kann der PC, glaube ich, nicht aussterben. Natürlich bin ich gerne für eine rege Diskussion zu haben, da Spekulationen um die Zukunft immer einen gewissen Reiz haben, da die Zukunft ungewiss und risikobehaftet ist.
28.11.09 13:06
Sgt.Bane
Zuletzt online: 29.01.10 09:23
Sehr gut geschrieben aber ich hoffe du hast Unrecht. Wunschdenken meinerseits^^
27.11.09 15:33
Lord|Schirmer
Zuletzt online: 1 Tag 16:33
Gut geschrieben! Traurig aber wahr!
27.11.09 13:39
FlashBull
Zuletzt online: 06.08.20 16:30
Absolut richtig was Du da schreibt, ich denke auch es wird mittelfristig ein Gerät geben, was auch die "computerdesinteressierte" Hausfrau bedienen kann, auf dem sie sich die neuesten Rezepte runterlädt, danach dem Koch neue Verbesserungsvorschläge schickt und anschließend noch n online Kaffeekränzchen mit ihren Freudinnen veranstaltet. An dem Sohnemann seine Hausaufgaben macht und danach n Ballerspiel spielt, indem sich der Herr des Hauses abends Fussball reinzieht, Fifa zockt und sich die neuesten Pornos anschaut und über das Opa mit alten Kriegskameraden aus aller Welt kommunizieren kann. Und das alles zeitgleich, bedienbar über 3-4 bunte Knöpfe oder in der Updatevariante mit Sprachinterface. Schneller - Besser - Einfacher
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