Machen wir Emberville besser
Bus Bound - Article - Machen wir Emberville besser
Bus Bound
Heute 08:49 Test
Mit dem ÖPNV ganze Stadteile verbessern? Hier passiert es wirklich!
Stillalive Studios starten nicht nur mit einem neuen Publisher durch, sondern auch gleich mit einem neuen Konzept für eine Bus Simulation. Bekannt wurden diese Entwickler ja mit den Bus-Simulator Titeln der letzten Jahre. Doch nun beschreitet man mit Bus Bound ganz neue Wege, welche für mich überaus interessant erschienen und ich sogar sehr sehr erfrischend fand. Was steckt hinter dem neuen Erfolgskurs?


Das fiktive Emberville will Verkehr und öde Stadtteile verbannen

Der Start des Spiels beginnt eigentlich wie in der bekannten Demo auch. Während wir einen Blue Bird Bus über die Autobahn nach Emberville fahren, werde ich eingewiesen und bekomme auch erste Informationen. Interessanterweise wird hier auch schon einiges erklärt, was für gewöhnlich ein Tutorial machen wird. Von Steuerung / Tastenbelegung über die besonderen Verkehrsregeln der US-Stadt ist so einiges dabei. Davon ab kann ich alles noch einmal in Ruhe und mit Bildern, im Fahrer-Ratgeber nachlesen. Bus Bound entfernt sich grundlegend von den bisherigen Bus-Simulator Gamplay-Elementen. Busse müssen zum Beispiel nicht gekauft, sondern nur freigespielt werden. Dies passiert, wenn ich Haltestellen in einem Stadtteil verbessere. Das Verbessern der Haltestellen richtetet sich wiederum nach den Befürwortungsdaumen (Likes), welche ich von den Fahrgästen für eine gute Fahrt bekomme. Diese können durch den Multiplikator, für mehrere aufeinanderfolgende positive Fahrweisen, stark gesteigert werden. Sicherlich muss bei der Fahrt wieder auf folgendes geachtet werden: Bordsteine, Haltestellenposition, Kurvenfahrt und auch das Achten der Verkehrsregeln. Habe ich nun eine gewisse Vorgabe erfüllt, so schalten sich neue Bereiche und Haltstellen in den Stadteilen frei. Ziel ist es, alle Vorgaben eines Stadtteils zu erfüllen und somit diesen nachhaltig zu verändern. Und damit meine ich nicht einfach nur die Stärke vom ÖPNV. Nein… Es ändert sich gleich das Stadtbild. Ein gewisser Abschnitt des Stadtteils wird umgebaut zu einer farbenfrohen, freundlicheren und ÖPNV angepassten Gegend. Hiermit zeigt man wieder, was der ÖPNV bewirken kann. Leider ist das in der Realität immer etwas anders. Das sich ganze Stadteile verändern ist im Spiel von der Stadtverwaltung gewünscht. Kein Wunder das diese auch keine Kosten und Mühen scheut, dem ortsansässigen Busunternehmen alles an finanziellen Mitteln zukommen lässt, was notwendig ist. (In Anspielung auf keine Kosten für Treibstoff, Reparaturen, Wartung und Aufwertung der Haltestellen. Geschweige das Kaufen von Fahrzeugen. – Das alles spielt hier keine Rolle!) Übrigens ist dies mit einer der grundlegenden Reize an diesem Spiel, Linien zu erstellen und Fahrten zu unternehmen. Die nachträgliche Veränderung des Stadtbilds, durch seine eigene Leistung. Dies ist den Entwicklern überaus gut gelungen.


17 teils lizenzierte Busse und einen Haufen an Lackierungen

Bus Bound kommt mit 17 Bussen. Leider sind nur wenige wirklich lizensiert. Darunter Blue Bird. Aber macht das denn jetzt wirklich was aus? Nein. Denn viele Busse sehen den originalen sehr ähnlich auch ohne Lizenzlogo oder direkter 1:1 Umsetzung. Am besten gefielen mir jene Busse, mit den Fahrradträgern in der Front. Durchaus stellen Fahrgäste auch ihre Fahrräder dort vorne ab. Wer sich nun die Deluxe Edition gekauft hat, der darf sich über zwei zweite tolle Busse freuen. In erster Linie den “Speed“. Ein etwas älterer Dieselbus, welcher nicht nur aussieht wie der Bus aus dem gleichnamigen Film, sondern er ist es sogar. (Wenn auch ein, zwei Details nicht so direkt umgesetzt wurden.) Alle Cockpits sind sehr schön gestaltet und wirken sehr real. Alle Rückspiegel funktionieren optimal und wenn du einen der modernen Busse hast, kannst du dich sogar über digitale Rückspiegel freuen. Der Fuhrpark insgesamt lässt sich sehen. Vom langen Gelenkbus über Solo Busse, von Erdgas über Diesel bis hin zu Elektro ist alles dabei. Und auch wenn dies kein Bus-Sim der ursprünglichen Art ist, so merkt man beim Fahren/Steuern direkt, eine gewisse Vertrautheit mit dem Lenkverhalten. Jeder Bus lässt sich so lenken, wie man es sich vorstellt aber halt irgendwie gewohnt gut. Im Kern mussten Stillalive Studios ja das Gameplay nicht neu erfinden. Zu den Bussen gesellen sich noch eine Reihe an verschieden Lackvorlagen. Wobei die Farbe natürlich selbst bestimmt werden kann. Durch die Deluxe Edition wird der Umfang noch einmal etwas erweitert. Wer jetzt aber hofft, mit Pinsel oder anderen Tools komplette Lackierungen selbst erstellen zu können, der wird leider enttäuscht. Es bleibt bei vorgegeben Lackierungen (Wovon viele durch den Spielfortschritt noch freigespielt werden müssen) mit eigener Farbwahl. Übrigens gibt es auch keine Verbesserung der Busse und die Option den Arbeitsplatz etwas aufzuhübschen. Wer gerne mit der Außenkamera fährt, der wird sich über die Verfolgerkamera sehr freuen. Dank einer neuen Einblendung der Spiegel als digitale Popups zu jeder Seite, ist das Einfahren in die Haltstelle auch mit der Verfolgerkamera einfacher. Grundsätzlich muss ich sagen, das mir das Gameplay im Allgemeinen sehr gefiel. Es ist sowohl “simultan“ als auch „Arcade“, sodass man sich nicht wirklich viel mit dem Bus auseinandersetzen muss. Da ein Kassieren von Tickets wegfällt, kann man sich noch besser auf alles Fokussieren. Und wo wir gerade bei Wegfallen lassen sind: In Bus Bound werden wir weder aussteigen, noch uns in der Umgebung zu Fuß frei bewegen. Sicherlich wird es dem einen oder anderen stören, doch ich finde dies einmal sehr erfrischend. Wir fahren also wirklich nur unsere Linie und fertig ist die Sache. Was mir übrigens aus der Cockpitansicht super gefällt, ist das automatische in die Kurve blicken beim Abbiegen. Zusätzlich mit den HUD Rückspiegeln macht es das Fahren sehr komfortabel. Das sind viele kleine Dinge, die Bus Bound sehr stark abrunden. Und damit nicht genug: Ein Radio ist ebenfalls vorhanden. Natürlich muss man diesen bei allen Bussen irgendwie suchen, da ja die Armatur von Bus zu Bus variiert. Und auch wenn viele keine originalen Lizenzen besitzen, sehen sie innen wie auch von außen diversen realen Vorbildern sehr ähnlich.


Modifikationen für höhere Schwierigkeit und mehr Likes

In Bus Bound schalte ich neue Busse, Lackierungen, Stadtteile und Modifikationen durch Likes frei. Diese “Befürwortungsdaumen“ erhalte ich pro Haltestelle und Fahrgast. Diese Likes gibt es aber nur bei einem positiven Fahrverhalten. (Verkehrsverhalten, Fahrverhalten, Busposition in der Haltestelle und mehr) Je mehr Likes von den Fahrgästen, umso schneller der Aufstieg von Haltestellen. Allerdings sind normale Likes nicht sonderlich ausschlaggebend für einen raschen fortschritt. Hier kommt das Fahrverhalten ins Spiel. Denn je länger meine guten Aktionen anhalten, umso höher steigt auch ein Multiplikator! Mit diesem werden also die positiven Bewertungen um ein weiteres gesteigert. Das bedeutet: Je besser ich meinen Job mache, umso schneller schalten sich neue Sachen frei. Doch was eigentlich genau? Jede Haltestelle hat eine feste Vorgabe, ab wann es eine Belohnung gibt. Im Fokus sind es Lackierungen, Busse, neue Haltestellen (was wiederum auch zu neuen Bezirken führt) und auch Modifikationen. Letztere sind nun etwas zu umfangreich, um so jetzt hier komplett aufzuführen. Halten wir fest: Es gibt Modifikationen für Stadtteile und für Busse. Während jene für die Stadtteile feste und passive Vorteile sind, kann ich mir die Mods für die Busse bei der Linienwahl frei zuschalten. Diese Mods können übrigens auch als eine Art Erhöhung des Schwierigkeitsgrades angesehen werden. Man macht sich damit also individuell einen Schwierigkeitsgrad und profitiert gleichzeitig von noch höheren Multiplikatoren für die Likes. Ergo: Noch besseres voranschreiten. Wie das nun aussieht? Zum Beispiel ist ein, von mir sehr beliebter Mod, das Fahren ohne HUD und Außenkamera. All das sorgt letztendlich dafür, dass der Spielfortschritt sich allmählich leicht beschleunigt. Ich empfinde ich Modifikatoren als super Lösung. Allerdingis muss man sich damit auch erstmal kurz beschäftigen.


Die wichtigste Aufgabe neben dem Fahren / Blick in den Koop-Mehrspieler

Ach das Busfahren…. Das ist wahrlich eines der schönen Dinge im Spiel. Aber da wäre ja noch die Linienplanung. Die Übersicht und Handhabung vom Anlegen neuer Linien ist in Bus Bound recht gut gelungen. Besonders super finde ich das extrem einfache dazwischen “ziehen“ von Haltestellen an jenen Stellen, wo es zum Beispiel schon in der Nähe eine Verbindung gibt. Der Fokus der Linienplanung liegt darin, die bereits gut frequentierten und hochgestuften Haltestellen mit neueren zu kombinieren. Der Hintergrund? Die größere Anzahl an Fahrgästen aus den höher gestuften Haltestellen mit schwächeren Haltestellen, im hinteren Teil der Linie, zu kombinieren. So besteht eine deutlich höhere Chance auch bei den neuen Haltestellen rasch sich einen Fortschritt zu erarbeiten. Grundsätzlich musst du dich nicht mit Features wie Taktung oder Mitarbeitern herumschlagen. In Bus Bound seid ihr die einzigen Fahrer auf der Piste. Okay… Im Kooperativ-Spiel können natürlich drei Freunde für einen die erstellen Linien befahren und somit “gemeinsam“ am Spielfortschritt des Hosts arbeiten. Je nach festgelegten Regeln des Hosts, dürfen die Gäste auch dementsprechend handeln und auf den Fuhrpark zugreifen. Zurück aber zur Linienplanung, denn ihr könnt viele Linien erstellen, mit Farben versehen und auch dann fahren, wann ihr wollt. Und genau hier liegt der riesen Vorteil an Bus Bound, gegenüber der Konkurrenz. Es wirkt FREIER bei einem dennoch interessanten und überzeugenden Bus-Fahr-Feeling. Und ich werde mich hier in Bezug auf mein Fazit noch wiederholen: Auf so eine Bussimulation habe ich schon länger gewartet. Ganz ohne Taktung, Geld verdienen und und und. Linie planen, Bus aussuchen und sein Bestes geben! So muss das sein. Einziger Nachteil an dem Ganzen: Es sind keine eigenen Kollegen mit anderen Bussen unterwegs und erst gar keine Konkurrenz. Okay… Ohne ein Wirtschaftssystem ist das eh witzlos mit einer Konkurrenz. Aber dennoch… Bevor ich es noch vergesse: Nicht jede Fahrt ist gleich! Der Streckenverlauf kann Behinderungen aufweisen. Von einer kleinen Baustelle bis hin zu einer kompletten Sperrung einer Straße durch Bauarbeiten oder Veranstaltungen. Was bei einem Dienst noch war, kann sich beim anderen wieder ändern. Das Ganze ist sehr dynamisch, sodass man es vorher nie genau weiß. Spätestens hier bekommt man die ersten Verspätungen.
Erfahre hier, wie der Titel in unserer Wertung abgeschlossen hat.

KommentareInhalt:Kommentare

Dieser Beitrag hat noch keine Einträge.
Logo for Bus Bound
Erstellt von Seb66
Zuletzt online: 23 Minuten 37 Sekunden
Kategorie:
Test
Veröffentlicht
Aktualisiert
11. 06. 2026 um 08:49
11. 06. 2026 um 09:04
30
Einzelaufrufe
50
ePoints verdient durch Artikel