Prison Architect im Test - Auf die Insel mit Island Bound

Für die zukünftigen Erbauer von Gefängnissen geht es nun auf die Insel. Wir blickten rein in die Erweiterung.
Beitrag vom 26.07.20 16:04 von Seb66
Erfahre hier, wie der Titel in unserer Wertung abgeschlossen hat.
Fünf Jahre gibt es mittlerweile den Prison Architect schon und immer noch bringen Double Eleven und Introversion Software ihren Fans neue Inhalte. Die letzte DLC-Erweiterung war Psych Ward vom November 2019. Mit Island Bound gibt es nun endlich die Option, sein Gefängnis auf einer Inselumgebung aufzubauen. Natürlich mit allen Hürden und Vorteilen, die man haben kann. Ich habe mir die kleine DLC Erweiterung einmal angesehen und berichte dir davon. Sei aber auf einiges gefasst, es könnte etwas unangenehm werden.

Wenn ein wiedereinstieg schwer erscheint

Ich muss zugeben: Ich habe den Prison Architect mit Sicherheit schon ein paar Jahren nicht mehr gespielt. Nicht weil er keinen Spaß macht, überhaupt nicht. Aber es gibt nun einmal super viele Spiele auf dem Markt. Und auch wenn ich bisher immer dachte, dass alles recht einfach bei dem Titel ist, so gestaltete sich mein Wiedereinstieg nach aller der Zeit doch schwieriger als gedacht. Doch warum? Neben den kaufbaren DLCs, gab es auch immer wieder kostenlose Inhalte im Rahmen von Updates. So auch zur neuen DLC Erweiterung. Der allgemeine Umfang lässt sich mittlerweile sehen, verleitet aber auch dazu, schnell Dinge zu bauen, welche man dann nicht braucht. Darüber hinaus war ich etwas überrascht, dass es neue Gameplay-Elemente gibt. Zum Beispiel Heizung und Warmwasserboiler, sowie Wetter. Diese gab es in der frühen Version noch nicht. Außerdem wurden die Möglichkeiten, sein Gameplay zu verändern, extrem vergrößert. Dabei unterliegt alles immer wieder einer Art “erschwerter Übersicht“. Es fängt bereits im Hauptmenü an. Anders als bei anderen Spielen, werden die Erweiterungen nicht direkt für den laufenden Speicherstand oder gar für die Kampagne übernommen. Man muss viel mehr auf eine umständliche Weise ein neues Gefängnis starten und dort aus einer Liste die Gameplayeinstellungen bestimmen. Und erst hier kann ich zum Beispiel sagen, dass ich mein Gefängnis auf einer Insel, auf dem Mond oder in einer Schneelandschaft bauen möchte. Einziges Problem: In dieser Liste ist alles durcheinander gewürfelt. Die Einstellung für eine Sitzung nach meinen Wünschen kann so etwas Zeit in Anspruch nehmen. Es gibt keine klare Unterteilung der verschiedenen Optionen und muss so, recht mühselig das gewünschte Gameplay einstellen.

Beim Start eines neuen Gefängnisses wähle ich zudem aus, ob ich selbst als Direktor vor Ort sein möchte, wie meine Person aussehen soll, Geschlecht der Häftlinge und die Art der Wachhunde. Ganz zu schweigen von der Möglichkeit, sogenannte Mutatoren hinzuzufügen. Diese können meiner kommenden Sitzung mehr Würze verleihen oder das Spiel erleichtern. Darunter fallen Optionen wie Saurer Regen (Keine Hof-Funktion), Bandenkriege, Launische Häftlinge, Keine Tunnel, Superwachen, Endlose Nacht, Riesen Köpfe und und und. Hier wurden kurioserweise alle Mutatoren in verschiedene Bereiche unterteilt. Neben diesen Mutatoren kannst du jederzeit auch weitere (nicht offizielle) Mods ins Spiel implantieren, aktivieren und deaktivieren. Für Spieler, die gerne ihre Werke im Steam Workshop teilen oder andere Werke ausprobieren, für die bietet das Spiel ebenfalls die entsprechende Option an. All diese Modi (Optionen) befinden sich im Übrigen nur unter EXTRAS. Ganz normal ist der Prison Architect seit dem Release sowieso nicht. Mit nur fünf Kapiteln, in der Zwischensequenzen freigeschaltet und Polaroids gefunden werden können, ist der Grundumfang recht klein. Dies täuscht allerdings etwas, da die Tätigkeitsfelder innerhalb der Kampagnen immer weiter ausgebaut werden. Zum Beispiel muss du im ersten Kapitel, der eigentlichen Einführung, eine Hinrichtungszelle erbauen, dich um die Anschlüsse für Strom und Wasser und viele weitere Dinge kümmern. Nebenher wird auf interessante Art und Weise der Gefangene näher beleuchtet und auf den Grund für seine Tat hingewiesen. Was diesen Titel nun einmal neben den vielen Bauoptionen weiterhin so gut macht, sind die vielen verschiedenen Gefangenen.

Jeder hat generierte Namen, Alter, Vorlieben, Tathergänge… Eigentlich eine komplette Akte, die einen Gefangenen halt ausmacht. Zudem werden Gefangene in verschiedenen Sicherheitsstufen eingeordnet, welche auch mir als Betreiber eines Gefängnisses unterschiedlich viel Einnahmen bringen. Eine höhere Sicherheitsstufe braucht aber auch entsprechende Vorsichtsmaßnahmen. Das grundlegende Problem an diesem Spiel ist nicht unbedingt die Spielmechanik selbst, obwohl diese durch die vielen Updates mittlerweile auch ein paar Fehler aufweist, sondern viel mehr die komischen Menünamen und ihre Optionen. Hier hatte ich bereits die Startliste beim Erstellen eines Gefängnisses bemängelt. Aber es gibt da noch die Option, auch bestehende Gefängnisse zu laden. Statt diese Option auf einer einfachen Art und Weise anzeigen zu lassen, packt man alle in den Menüpunkt Extras -> Vorgefertigte Häftlinge. Wer bitte lässt sich so einen sch… einfallen!? Ich habe eine gewisse Zeit gesucht, wo nun die angepriesene Karte zu Alcatraz ist. Durch die neue Erweiterung kannst du das berühmte Inselgefängnis selbst ausstatten oder komplett bespielen. (Und diese beiden Varianten gibt es noch einmal mit einer angebundenen Versorgung oder via Oberwasser.)

Jedenfalls stieß ich irgendwann auf das Menü Vorgefertigte Häftlinge und dort waren noch mehr vorgefertigte Gefängnisse. (Auch jene aus den anderen DLCs) Um den Umfang weiter anzupreisen: Mittlerweile bietet das Spiel auch einen Ausbruchs-Modus, bei dem ich die Rollen tausche. Vom Direktor zum Strafgefangenen. Ich versuche nun aus meinem eigenen Gefängnis oder jenes von anderen Spielern, via Steam, auszubrechen. (Dieser Modus ist ebenfalls im Menüpunkt Extras zu finden.) Manchmal nicht ganz einfach und durchaus eine Aufwertung des Spiels. Abgesehen davon gibt es noch ein Onlinespiel bei dem ich mit bis zu drei weiteren Spielern gemeinsam ein Gefängnis bauen und leiten kann. In der Praxis ein recht guter Modus mit hohen Fun-Faktor. Im Allgemeinen hat der Prison Architect von seinem besonderen Charme, durch einfache Grafik und Animationen, jedoch sehr lebhafte Darstellungen zu projizieren, nichts verloren. Der Titel zeigte bereits beim Release, das es nicht immer Highend-Grafik braucht, um ein tolles Spiel auf den Markt zu bringen.

Was beinhaltet die Erweiterung nun

In diesem Abschnitt bringe ich es auf den Punkt: Extrem viel erwartet dich bei dieser DLC Erweiterung nicht. Der wichtigste Inhalt ist die Startoption für die Inseln. Jede neue Karte wird zufallsgeneriert und ist somit immer anders. (Auch etwas abhängig von den weiteren Einstellungen am Anfang.) Ich lege vor dem Start auch fest, ob es eine feste Anbindung ans Festland gibt oder die Insel wirklich unabhängig ist. Beides hat so seine Vor- und Nachteile. Bei einer unabhängigen Lage muss ich immer mit Lieferungen aus der Luft und zu Wasser rechnen. Hierfür müssen jedoch ein Heliport und ein Anleger gebaut werden. (Bei beiden Optionen darf ich bestimmen, mit welchem Transportmittel Lebensmittel und Objekte geliefert und mit welchen die Gefangenen ein- und ausgeflogen werden dürfen. Auch gestaltet sich die Einlieferungsdauer der Häftlinge, die Besucherzeit und die Entlassung selbst, nicht so einfach wie am Festland. Mit einer Landanbindung geht alles wieder etwas schneller, aber die Gefangenen haben bessere Optionen zum Fliehen. Ebenfalls neu sind die Bauoptionen für Felsklippen und Wasserkacheln. Wasserkacheln - Um die Insel auch künstlich etwas zu verkleinern. –

Ist aber auch bereits im neuen The Rock Update enthalten.
) Weiterhin bietet die Erweiterung vier Varianten der weltberühmten Gefängnisinsel Alcatraz. Bei dieser Karte fielen mir im Übrigen erst recht weitere Neuerungen ins Auge. So gibt es bessere Kontrolloptionen gegen Schmugglerware, Flugfeuerwehr, eine neue Elitetruppe, sowie Objekte, Böden und Wände. Wie bereits erwähnt, erschien mit der neuen DLC Erweiterung auch das Update “The Rock“. Es ergänzt sozusagen die Erweiterung mit einem interessanten Feature – Dynamischer Ruf. Damit können Häftlinge untereinander einen Ruf-Status erarbeiten. Dieser steigt oder sinkt beim Häftling, je nach dem wir er sich im Gefängnis bewährt. Und damit meine ich nicht dem Wachpersonal gegenüber. Dieses Feature greift direkt in das Verhalten aller Häftlinge ein. Trainieren die Häftlinge noch im Sportsaal oder mit entsprechenden Geräten, können sie sogar noch Besonderheiten entwickeln, der den Ruf noch verstärkt. Besonders fatal ist dieses Feature in Kombination mit dem Zuschalten von Banden. Bandenkriege mit einem Ruf-System… Oh das kann böse enden und einen Direktor echt auf Trab halten.

Schlimmer geht immer

Irgendwie hatte ich vom Prison Architect einen besseren Eindruck im Kopf gehabt. Ich meine: Sehr viele, ja sogar sehr geile Modi, wurden einfach in Extras geschoben, statt es im Startmenü anzusetzen. Weiterhin haben sich durch die letzten Updates und der Erweiterung weitere Fehler ins Spiel eingeschlichen. Viele Spieler beschweren sich aktuell, das die Fähren und Hubschrauber nicht richtig das machen, was sie sollten. Auch Inselbesucher werden nicht richtig transportiert und zwei Bootsanleger sorgen ebenfalls für einiges an Problemen. Die vielen Inhalte und eingeschobenen Sachen sorgen in meinen Augen auch dafür, dass die Übersicht über alle Features und Möglichkeiten stark leiden. Außerdem bin ich der Meinung, dass das veröffentlichte DLC deutlich mehr hätte liefern können, als nur eine einfache Erweiterung der Spielmöglichkeiten und jeweils ein neues Objekt. (Wand, Boden und Objekte) Da kann ich die negativen Bewertungen auf Steam schon ziemlich gut nachvollziehen. (Übrigens hat diese Erweiterung im Schnitt die schlechteste Wertung der Steam-User überhaupt. Selbst das Vorgänger DLC hat eine bessere Wertung aber kostete auch fast 50% weniger.)

Der Preis ist bei diesem DLC mit 9,99€ eh ein Punkt, der mich von Beginn an störte. Listet man das gelieferte auf, so komme ich auf ein schlechtes Preis/Leistungsverhältnis. Das man im Allgemeinen für das DLC mehr bezahlt als geliefert wird, das ist beim Prison Architect leider nichts Neues. Bereits die vorherigen DLCs hatten immer nur (in meinen Augen eher) ein Minimum an dem, was man hätte bringen können. Doch 5,49€ ist etwas Anderes als gleich 9,99€. Der Prison Architect generell, ist kein schlechtes Spiel und überzeugt durch viele tolle Features, doch was die Gestaltung von DLCs angeht, da fehlt es den Entwicklern etwas an Motivation und Ideenreichtum für größere Dinge. Wie wäre es mit neuen Kapiteln? Vielleicht auch mit berühmten Verbrechern? Alternative Geschichten? (Man ist doch bereits in der Lage über verschiedene Gefangene eine Geschichte zu erzählen) Der gute Grundstein wurde bereits seit dem Release gelegt, warum kann man nicht dieses Potential viel weiter Aufblähen? Anbei denke ich, das die preisliche Ausrichtung der DLCs vielleicht noch einmal überdacht werden sollte, denn so kann man seine Community auch verärgern.

Objektives Fazit zur DLC Erweiterung gibt es unter Fazit & Wertung.
Erfahre hier, wie der Titel in unserer Wertung abgeschlossen hat.

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AppId 942 Erstellt 02.07.20 15:11 (Seb66 ) Bearbeitet 29.07.20 19:23 (Seb66 ) Betrachtet 62 ArticleApp v3.0 by nilius