Wir holen die Natur zurück
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Terra Nil
01.05.23 14:29 Test
Nach meiner Demo vor 2 Jahren konnte ich nun endlich die finale Version testen. Mit einer großen Überraschung!
Vor knapp zwei Jahren habe ich Terra Nil, aus dem Hause Free Lives Games, das erste Mal als Demo vorgestellt. Nun ist der Titel seit dem 28.03.2023 endlich auf dem Markt. Wie sich das Spiel entwickelt hat und ob es immer noch so viel Spaß macht, wie in der Demo, das erfährst du hier.

Die Renaturierung als Ziel

Es ist ein einsamer und grauer Planet auf dem wir im Spiel landen. Er erinnert etwas an die Erde, nur als Ödland-Version. Terra Nil in seiner finalen Version, bietet insgesamt vier Inseln, von der jeder zwei Missionen besitzt. Generell gibt es drei Schwierigkeitsstufen, welche festgelegt werden können. Jede Insel ist einer bestimmten Region zugeordnet. So haben wir Gemäßigt, Tropisch, Polar und etwas, was wie Weltuntergang aussieht. Mein Ziel ist es nun, dieses Ödland in ein blühendes Paradies mit Bäumen, Pflanzen und Tieren umzuwandeln. Wie man das macht? Nun… Mit entsprechenden Gebäuden. Alles fängt mit der Energieversorgung an, welche sich der entsprechenden Region orientiert. Zum Beispiel wirst du in der Polargegend in erster Linie mit Geothermieanlagen zu tun haben. Während bei anderen Regionen nur Windkraftwerke genutzt werden können. Diese Gebäude kannst du aber nicht überall bauen, sondern nur dort, wo entweder die Energiequelle direkt vertreten ist oder, wie bei Windkraftwerken, auf höherliegenden Felsen. (Abgesehen davon, lassen sich nur wenige weitere Gebäude auf Felsen bauen!)

Davon ausgehend habe ich nun einen Radius, bei dem ich wiederum meine Entgifter bauen kann. Sie machen den Ödlandboden zu einem nährstoffreicheren Boden. Danach kommt der Bewässerer und die Wasserpumpe, welches in einem, ebenfalls festen Umkreis, alles Grünen lässt. Doch das sind nur die ersten Schritte und sie variieren tatsächlich von Insel zu Insel. Das betrifft auch die Gebäude! Auf der einen Insel wirst du auf einmal nicht mehr viele der bekannten Gebäude von der Vor-Insel haben, sondern speziellere. Sobald ich eine bestimmte Fläche an Grasland platziert habe, geht es weiter mit der Schaffung von Biomen. Die eigentliche Schwierigkeit in diesem Spiel liegt halt darin, soviel Flächen zu Begrünen wie möglich, ohne viele Anlagen/Gebäude zu benötigen. Platzsparen ist das Motto! Sobald das erste Grün da ist, geht es an die Biome. Biome können nur mit bestimmten Abläufen und unter besonderen Bedingungen geschaffen werden.

Es ist schwer, diese Prozesse direkt zu erläutern, aber nicht selten ist erst eine Zerstörung des bereits geschaffenen nötig, um daraus etwas Größeres hervorzubringen. Und da wären noch die bestimmten Vorgaben beim Thema Temperatur und Luftfeuchtigkeit. (Später auch Bodenstabilität und Strahlung.) Für bestimmte Biome müssen also bestimmte Rahmenbedingungen gegeben sein, damit sie wachsen. Gebäude wie Lufttrockner, Solarverstärker oder gar Vereiser bieten die Möglichkeit, eine gewisse Feinabstimmung bei den Umweltbedingungen vorzunehmen. Ziel ist es halt somit, die Atmosphäre so zu verändern, das die Biome auch entstehen können. An der oberen linken Ecke symbolisiert mir das Spiel meine Zielfortschritte. Jedes Biom muss eine bestimmte Größe vorweisen, ehe das Ziel erreicht ist. (Gewertet wird dabei die gesamte Blockmenge der Biome. Hier zählt es aber nicht, ob zusammenhängend oder einzeln.) Erst wenn alle Ziele erreicht sind, geht es zu den nächsten Schritten über. Habe ich das Gefühl, das ich mich im Bau total verrannte habe, so kann ich jederzeit die letzte Veränderung zurücksetzen oder ganz die Karte auf 0 setzen.

Stehen die drei oder vier Biome, so kann mit dem Rückbau meiner Anlagen begonnen werden. Ich platziere ein Rohgerüst meines Raumschiffes, welches mir am Start jeder neuen Karte die Grundressourcen mitgibt. (Im Grunde sind Blätter die Bauwährung für alles) Das Raumschiff baut sich pro Abbaufortschritt immer weiter zusammen. Zusätzlich baue ich noch eine Forschungseinrichtung, um Tierarten zu finden/platzieren. Auch hierfür gibt das Spiel, wenn auch nicht direkt sehr aussagekräftig im Text, gewisse Ziele für die Orte vor. Pinguine brauchen zum Beispiel große Eisplatten und die Nähe zum Meer. Nur hier kann ich sie letzten endlich auch platzieren. Ob es funktioniert, das sagt mir der Scanner anhand von entsprechenden Symbolen. Du wirst schnell feststellen, dass nicht alle Tiere die idealen Voraussetzungen für eine Besiedelung bekommen. Habe ich das mindestziel an Tieren erreicht, so kann ich wirklich alles zurückbauen. Das Raumschiff wird am Ende komplett sein und ich kann den Startknopf für das nächste Abenteuer drücken. Und zack: Ein Teil der Insel ist wieder grün und belebt. Und das sieht man sogar auch. Wer will, kann sich einen Moment zeit nehmen und den Überflug zuschalten.

Das Spiel zeigt einem dann die geschaffene Region in unterschiedlichen Zoom-Einstellungen. Gespielt wird im Übrigen generell aus der Isometrischen-Ansicht. Sobald die Atmosphäre steht, kann man sich auf Regen, Gewitter, Sturm und natürlich Tiere freuen. Was das Spiel überaus glänzen lässt, ist auch die klare Struktur für die Vorgehensweise. Zuerst muss die Energie- und Wasserversorgung stehen. Somit wird die Vegetation auf einer Basis wiederhergestellt. Danach geht es daran, die Pflanzenvielfalt auszubauen. (Feuchtgebiete, Wälder, Tundras… - Natürlich Region abhängig aber meistens drei bis vier.) Ist das ebenfalls gemeistert, so können die von mir gebauten Gebäude recycelt und die Tierwelt entdeckt werden. Einfach oder? Wer es noch einfacher mag, der kann unter den Schwierigkeitsgraden (Es gibt drei Stück) noch die Custom-Schwierigkeit anwenden. Hier bietet mir das Spiel dann auch den Zen-Modus an. Dieser erlaubt es mir alles ohne Kosten zu bauen und legt den Fokus nun viel mehr auf ein entspanntes Gestalten der Karte.

Das Ecosystem Restorations Buch und ein netter Screenshots-Modus

Auch wenn das alles sehr komplex erscheint, so braucht man keineswegs Angst vor der Steuerung zu haben. Beim Anwählen des jeweiligen Gebäudes, zeigt das Spiel ein Minivideo, bei dem die Handhabung erläutert wird. Doch damit nicht genug! Das Spiel besitzt zusätzlich noch das Ecosystem Restorations Buch. Dieses enthält alle Geräte, alle Biome und auch alle bisher entdeckten Tiere. Es ist eine Mischung aus Handbuch und Logbuch aber extrem schön gestaltet. Ja… Ich musste schon sagen, dass ich davon überwältigt war. Eines finde ich aber etwas schwach und das sind die nur schwer aussagekräftigen Texte über die Tiere und wo sie zu finden sind. Weiterhin hätte ich mir auch bei den Gebäuden etwas mehr Infos gewünscht, wobei die Grafiken wirklich super sind. Dieses Buch begleitet einen nun also über die gesamte Spielzeit hinweg und ist das beste Nachschlagewerk, was ich bisher gesehen habe. Weiterhin glänzt das Spiel auch mit einem netten Screenshot-Modus. Du wirst dich nun fragen, warum?

Schließlich hat Steam ja auch eine eigene Funktion. Aber dieser Screenshot-Modus macht ein Bild von der gesamten Karte und die bekommt man so nicht zu Gesicht. Es kann zwar weit herausgescrollt werden aber nicht so weit. Und diese Screenshot-Funktion ist ideal für Vergleichsbilder Vorher und Nachher. Und glaube mir… Solche Screens haben bei diesem Spiel wirklich eine Wirkung. Du glaubst mir nicht? Dann habe ich hier ein Beispiel unterhalb des Textes. Und falls du bedenken hast, das sich eh jeder Level gleicht, dann kann ich dich beruhigen. Ähnlich wie im Demo-Artikel von mir schon weit gelobt, generiert auch hier das Spiel jedes erneute Spielen einer Insel und Region, komplett neu! Du wirst also nie wirklich auf das gleiche Kartenlayout spielen, wie zuvor. Das ist natürlich ein ungemeiner Wiederbespielbarkeitswert. In den höheren Schwierigkeitsstufen wird es immer kniffliger die gesetzten Ziele zu erreichen. Hast du das Zeug zur Renaturalisierung auf hohem Level?
Erfahre hier, wie der Titel in unserer Wertung abgeschlossen hat.

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Erstellt von Seb66
Zuletzt online: 5 Tage 17 Stunden
Kategorie:
Test
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Aktualisiert
01. 05. 2023 um 14:29
08. 05. 2023 um 17:10
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