West of Dead im Test - Wenn der Tod nicht das Ende ist

Wir haben uns vor kurzem für dich den dezenten Twin-Stick Shooter für dich angesehen und bewertet.
Beitrag vom 07.07.20 17:35 von Seb66
Erfahre hier, wie der Titel in unserer Wertung abgeschlossen hat.
Wie du weißt, sind wir immer sehr offen bei den Spielen die wir testen. Und ja… Mittlerweile achten wir zunehmend auf die kleineren Entwickler und ihre Spiele. Mit West of Dead wurden wir dazu eingeladen, uns den Titel von Upstream Arcade und Raw Fury anzuschauen. Bereits die ersten Screenshots, mit dem Charakter William Mason und den flammenden Schädel (ähnlich wie beim Ghost Rider) machte mich schon ziemlich neugierig. Noch interessanter wird das Ganze, wenn ich nun sage: „Es handelt sich um ein Twin-Stick-Shooter mit taktischen Deckungselementen und keiner richtigen fortlaufenden Story.“ Story schon… Mehr oder weniger. ABER: Der Tod ist in diesem Titel nicht wirklich das Ende. Was ich damit meine und wie viel Spaß das Sterben letztens doch noch macht, folgt in dieser Review.

Der Tod ist nicht das Ende

Selten habe ich mich bei einem Spiel am Anfang so schwer getan, wie bei West of Dead. Ich wunderte mich nur, dass der Tod nach dem Tutorial nicht endgültig war und es auch keine Optionen zum Speichern gibt. Bis ich zum dritten mal Kapitel 1 startete und herausfand: Okey, die Grundverbesserungen meiner Attribute und Fähigkeiten sind ja noch da. Und erst da wurde mir klar: Der Charakter William Manson wächst bei seinen Fähigkeiten und Attributen von Tod zu Tod. Und erst dadurch verbessern sich meine Chancen in dieser unwirklichen Welt von Purgatory weiter voran zu kommen. Allerdings kann das ständige Sterben auch gerne mal nerven, zumal man immer wieder vom Startpunkt des Kapitels anfangen muss. Doch worum geht es bei diesem Titel eigentlich? Ich spiele William Manson, einen verstorbenen Cowboy mit einem brennenden Schädel. Er wurde dazu verdammt, in den Tiefen von Purgatory für Ordnung zu sorgen und sich den unwürdigen Seelen anzunehmen. Als aller erstes werde ich im Rahmen eines Tutorials in die Spielmaterie eingeführt. Statt groß zu erfahren, wer er war oder wie er starb, folgt ein schier unendliches Sinnieren über das, was noch kommen mag und warum er so verdammt wurde. Innerhalb der Einführung merke ich, dass es kein normales Videospiel ist. Die Level werden auf prozentualer Basis immer wieder neu gebaut, von Tod zu Tod halt.

Ich kann mich aus einer festen Ansicht frei durch schlauchartige Verbindungswege zu Räumen bewegen, an denen feindselige Dämonen oder Geister warten. Manche können Schießen, manche Werfen irgendwas und andere wiederum sind wie Tiere und suchen den Nahkampf. Mit allem muss ich irgendwie klarkommen. Die Schießenden sind mir übrigens am Liebsten, denn bei kaum einem Spiel gefielen mir die Feuergefechte so gut, wie bei diesem. Hierfür bewege ich mich zu Grabsteinen und hocke mich dahinter. Aus der Deckung heraus kann ich dann gegen alles Schießen, was kommt. Natürlich hält die Deckung nicht ewig, aber zumindest bietet sie mir für kurze Zeit Schutz. Der Twin-Stick Shooter oder auch gerne als Cover-Shooter bezeichnet, ist schon etwas Besonderes. (Was die Genre-Richtung angeht, so kann man sich schon streiten.) Ist der Raum von den Wesen befreit, so kann ich Eisen einsammeln. Dies ist die gültige Währung bei einem Händler, welcher ebenfalls generiert einmal auftaucht. Zusätzlich sammelt mein Charakter noch für jeden vernichteten Gegner Seelen auf, die er bei der Hexe für Verbesserungen eintauschen kann. Dazu aber gleich mehr. Das Tutorial endet abprobt mit dem Antreffen eines viele mächtigeren Dämons, der meinen Charakter mit einem Schlag zerschmettert. Und dann?

Ständig wechselndes Leveldesign und Waffenauswahl

Nachdem der mächtige Dämon mich nun zermahlen hat, starte ich an einem Punkt der mich nur einmal wirklich interessiert hat und den ich danach immer wieder schnell verlasse. Eine Bar. Mit dem Wirt zu sprechen würde spätestens nach dem zweiten Sterben nichts bringen, da ehr eh nur versucht lustig zu sein. Das wirklich geniale an diesem Spiel ist nicht nur das ständig wechseln des Levelverlaufs, sondern auch ein frischer Mix an Waffen. Nach meinem Tod lässt mein Charakter alle Ausrüstungen und Waffen am Sterbeort. Da sich von Runde zu Runde die Spielwelt immer wieder ändert, habe ich auch keine Chance diese wiederzubekommen. Allerdings werden mir vor dem Betreten des Kapitels immer zwei Waffen ausgelegt, die ich mitnehmen kann. Und ja selbst hier variieren sie von Stärke und Art. Im Verlauf meiner Erkundung durch die schlauchartigen Wege, werde ich vereinzelt Waffen finden oder auf einen Händler treffen. Wohl gemerkt, verschwindet auch das gesammelte Eisen nach dem Tod. Der Händler bietet mir immer einen Mix aus zusätzlichen Fähigkeiten und Waffen an. Kaufen muss ich allerdings nichts. Du merkst, nach dem Ableben und dem Neustart steht mein Charakter mit leeren Händen da. Im Grunde ist das auch wirklich so ABER: Das einzige was ihn die Horden an Untoten und Geister nicht nehmen können, sind seine Verbesserungen, was die Grundfähigkeiten und Hilfsmittel angeht.

Diese müssen allerdings durch Seelen (welche mein Charakter durch das eliminieren der Untoten und Geister einsammelt) bei einer Hexe eingelöst werden. Es sind die einzigen Sachen, die mein Charakter auch nach dem Sterben wieder mit dabei hat. Bestes Beispiel ist da ein Heiltrank. Lediglich einmal auf der Reise verwendbar, habe ich es nach einem Neustart automatisch wieder. Davon einmal ab, das ich auf meinem Kreuzzug durch die Gänge ständig mal auf Energie-Flaschen oder gar einen Lebensenergiebrunnen treffe. Die durch Seelen freischaltenbaren Dinge und Fähigkeiten sind sehr vielfältig. So gibt es Heiltränke, Schilde und Wurfmesser. Die Liste ist so lang, das ich kaum wirklich einen Fokus setzten konnte. Aber da es bei diesem Titel eh kein Sterbelimit gibt: „Hey was solls! Schalte ich es in der nächsten Runde frei.“ Jedoch muss ich hier noch erwähnen, dass auch gesammelte Seelen innerhalb der Spielwelt verloren gehen, wenn ich sterbe. Gesichert sind sie letztendlich wirklich nur dann, wenn ich sie der Hexe übergebe. Diese treffe im Zwischenareal. In diesem kurzen Level mit nur zwei oder drei Räumen, kann ich meine Lebensenergie aufladen und bei der Hexe die Seelen abgeben. Außerdem erfährt William auch hier, wenn auch nur langsam, immer mehr über seine Vergangenheit. So findet mein Held (eher durch Zufall) Runen und Erinnerungsstücke die die Hexe aktivieren kann. Es lichtet zumindest etwas, den düsteren Vorhang der Unwissenheit.

Stimmige Grafik und Musik für eine gute Atmosphäre

West of Dead hebt sich nicht nur durch seine besondere Spielmechanik und der etwas “wiederholenden“ Story von anderen ab, sondern auch von weiteren Punkten. So ist gerade die Musik und die allgemeine Grafik recht einfach, dennoch passend gehalten. Gespielt wird überwiegend aus einer festen Kameraperspektive heraus, die sich allerdings schon einmal leicht bewegt. Leider hätte ich mir manchmal gewünscht, dass diese etwas mehr Bewegungsfreiraum bieten würde, da einige Gegner sich schon gerne etwas verstecken. Weiterhin ist auch die Dunkelheit der Räume gelegentlich ein Problem. So war es für mich ziemlich schwer, die Menge der anwesenden Gegner abzuschätzen. Es gibt zwar Lampen, welche beim Anzünden zeitgleich die Gegner für kurze Zeit betäubt, aber diese erlöschen recht schnell wieder. Das bedeutet, die Gegner verschwinden wieder im Schatten der Dunkelheit. Und da diese sich auch noch bewegen, ist es doppelt so schnell auf größere Distanzen jene zu töten. (In wie weit das "Lampen"-Upgrade von William licht ins Dunkel bringt, kann ich leider nicht sagen.) Grundlegend ist dies aber kein Problem, sondern viel mehr eine weitere Herausforderung. Grafik und Musik harmonieren recht gut in diesem Spiel.

Die HUD wird klar dargestellt und auch die Items können schnell unterschieden werden. Was mir irgendwie etwas fehlt, ist eine kleine Übersichtsgrafik im Rahmen des anfänglichen Tutorials. Spätestens nach dem dritten Neuversuch wird die Aktionsleiste am unteren Rand schon etwas größer und die Symbolik nimmt zu. Auch fehlt mir eine Art Tagebuch oder Notizen zu dem, was bisher passierte. Zugegeben… Dass mit der Erzählung der Story ist schon etwas schwer und wirkt auch ziemlich schleppend. Dies liegt, meines Erachtens, an dem ständigen Wiedereinstieg am Start eines Kapitels nach dem Tod. Erwähnen sollte ich hier, dass man generell sehr schnell gefahrläuft zu sterben. Es reicht schon ein unachtsames Betreten eines größeren Raumes mit drei unterschiedlichen Arten von Gegnern und einer Stückzahl von mehr als 4 Wesen. Komme ich zur Steuerung. Aufgrund der schlauchförmigen Level gibt es logischerweise kaum große Bewegungsfreiheit, doch für actiongeladene Schusswechsel und Kämpfe reicht es schon. Egal ob du nun mit Controller oder mit Tastatur+Maus spielst, der Titel lässt sich auf beiden Eingabegeräten super steuern. Bei Tastatur+Maus versuchte ich zwar immer, direkt mit der Zieltaste auf den Gegner zu feuern, doch einzig die Ausrichtung der Waffe wird dabei berücksichtigt. Die Schussweite ist abhängig von der Waffe selbst ab. Schrotflinten sind dabei im Nahkampf effektiver als Gewehre. Egal wie ich mich nun in die Räume begebe, in allen gibt es verschiedene Deckungsmöglichkeiten, die man auf jedenfall nutzen sollte. Die KI ist recht stark eingestellt und unachtsame Spieler sterben in diesen Titel schnell. Aber keine Sorge – Sterben ist schon fast ein MUSS in diesem Titel.
Erfahre hier, wie der Titel in unserer Wertung abgeschlossen hat.

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West of Dead

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Release18.06.2020 GenreArcade-Shooter EntwicklerUpstream Arcade PublisherRaw Fury Enginekeine Infos Franchisekeine Infos
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Kein Handbuch vorhanden

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