PC Test - Battlefield: Bad Company 2

Squad Bravo Two mal wieder im eskalierenden Konflikt.
Der schwedische Enwickler Dice bringt die Jungs von der B-Company auf den PC, nachdem der erste Teil auf den Konsolen voll und ganz überzeugen konnte. Wie steht es um den Nachfolger und seine Qualitäten. Unsere Review klärt auf.
14.03.10 13:49 Autor: nilius
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Um dem Titel gerecht zu werden, haben wir diesmal den Einzel- und den Mehrspieler getrennt untersucht.

Einzelspieler

Die Jungs von der B-Company sind zurück, dass stimmt so natürlich für den PC nicht ganz, denn dort waren sie noch nie gewesen. Battlefield Bad Company gab es zuvor nur auf der Xbox 360 und auf der Playstation 3. Konnte dort aber zu seiner Zeit großes Lob einheimsen. Was liegt da also näher, als die Fortsetzung auch auf dem Spiele Computer verfügbar zu machen.
Wer die Vorgeschichte aus Teil eins nicht kennt, ist keineswegs im Nachteil, denn die neuen Missionen bauen auf der Grundlage eines Konfliktes zwischen den Russen und den Amerikanern auf. Dieser ist fiktiv, also frei erfunden, so dass hier die Entwickler von Dice freie Hand in der Storygestaltung hatten.

Bad Company 2 ist seit seiner Ankündigung die große Shooter-Hoffnung für den PC Spieler geworden. Gerade weil die Feature Liste des Titels auf viel Ballerspaß schließen ließ. Besonders der Mehrspieler von BC2 ließ die Fangemeinde aufhorchen, ist doch seit Battlefield 2 in dieser Richtung nicht viel passiert. Der Massenansturm zur geschlossenen Beta beweist dies nur allzu gut.
Ab Anfang März 2010 dürfen sich nun alle einen Eindruck davon verschaffen, was die Schweden uns da so feines zusammen gekocht haben. Und das riecht schon mal so richtig lecker.

Die Einzelspieler Kampagne beginnt im zweiten Weltkrieg. Nanu, wird sich der informierte Spieler fragen, WW2, was ist denn nun los. Diese erste Mission führt uns erstens in das Spielsystem ein, also quasi eine Art Tutorial und zweitens, das wohl eher wichtigere Kriterium, es ist die Einleitung zur Geschichte, die uns in den nächsten sechs bis acht Stunden beschäftigen wird. Alles wird sich um eine Geheime Waffe drehen, die so mächtig ist, dass sie in den falschen Händen, wo sie sich selbstredend auch befindet, sehr großen Schaden anrichten kann.
Unsere kleine Einheit ahnt davon zu Beginn natürlich noch nichts, denn diese soll erst mal nur einen Wissenschaftler in Sicherheit bringen, der irgendwie in die Sache verwickelt scheint, aber überlaufen will.
Am Ende der ersten Mission sind wir zwar nicht gerade schlauer was die Story angeht, aber wir haben einen Eindruck davon bekommen, was nun auf uns zukommt. Denn Dice macht von Anfang an klar, wir wollen eines der besten Shooter-Erlebnisse schaffen, die der Spiele je erlebt hat.
Wie und vor allem womit wollen sie dieses hohe Ziel erreichen?
Ganz einfach, dichte Erzählweise, gescripte Ereignisse und eine bestechend geniale Optik sowie mit dem Trumpf im Ärmel der Entwickler, ein pures Mittendrinngefühl.

Um eine gute Geschichte zu erzählen, müssen einige Kriterien erfüllt sein. Zum ersten, das wird jedem einleuchten, braucht man eine brauchbare Geschichte die auch lohnt erzählt zu werden. Die ist jetzt in BC2 nicht gerade ein schriftstellerisches Meisterwerk, kann aber in diesem Genre durchaus oft genug wiederholt werden.
Zum zweiten, muss diese Geschichte auch so erzählt werden, dass der Konsument sich nicht in Langeweile suhlt, sondern gebannt auf die kommenden Dinge wartet.
Letzteres schaffen die Entwickler durch eine äußerst dichte Anzahl an Zwischensequenzen und einem gelungenen Mix an abwechslungsreichen Schauplätzen.

Als Spieler schlüpfen wir, wie schon im Vorgänger in die Rolle des Preston Marlowe. Begleitet wird dieser vom Squadleader Sarge, für den es die letzte Mission in seiner Militärischen Laufbahn werden soll. Des weiteren haben wir noch das Computer-Genie Sweetwater und den etwas unorthodoxen Haggard an unsere Seite.
Der sogenannte Squad Bravo Two, hat also einiges vor und wir dürfen daran teil haben.

Es versteht sich von selbst, das solch hohe Erwartungen an einen Titel sich nur daran messen lassen, wie er im Vergleich zu Genre-Platzhirschen bestehen kann. In diesem Falle muss sich BC2 natürlich den Blick zu Modern Warfare 2 gefallen lassen. Denn das neuste Call of Duty stellt im Moment das Non plus Ultra im Shooter Bereich da. Im direkten Vergleich, bleibt Bad Company 2 zwar sehr dicht hinter MW2 und wird diesen auch nicht vom Throne stoßen können, aber was der Titel viel besser kann, als sein ungewollter großer Bruder, ist der Unterhaltungswert und die grandiose Erzählweise im Zusammenhang mit unseren Begleitern. Wo Modern Warfare 2 nur oberflächliches und patriotisches Militärgehabe zu bieten hat, kann Bad Company 2 auf ein Zugehörigkeits und ein wirkliches Team-Gefühl bauen. Denn Charaktere sowie auch Storyeinbindung sind deutlich flexibler und tiefgründiger.
Dice bemüht sich um eine Bindung und eine kontrastreiche Zeichnung seiner Figuren, mit denen wir als Europäer viel besser umgehen können, als ein Hurra brüllender Soldat mit amerikanischer Flagge auf den Pupillen.
Zudem gibt es deutlich mehr Zwischensequenzen, die uns indirekt tiefer in die Handlungen eintauchen lassen. Zumal diese auch wirklich sehr beeindruckend inszeniert worden sind. Wo wir auch gleich bei der eigentlichen, aber auch nicht wirklichen Schwäche von BC2 angelangt sind. Durch die dichtere Erzählweise, bleibt das typische Call of Duty Sturmgewitter etwas auf der Strecke. Zwar haben wir auch gescripte Actioneinlagen, wie die Zerstörung eines Helikopters, der uns etwas zu nah geraten ist, oder das bekannte abhängen von Verfolgern, auf fahrenden Vehikeln und so weiter und so fort. Doch sind sie eben nicht so pathetisch und bombastisch Inszeniert, wie in MW2 zum Beispiel, aber trotzdem auf einem sehr hohen Niveau. Und für meine Begriffe auch immens gut präsentiert. Es ist eben eine schmale Brücke zwischen dem einen und dem anderen.

Die vermeintliche Schwäche ist zugleich aber auch die Stärke. Der gesamte Missionsverlauf ist abwechslungsreicher, immer wieder müssen wir neue Situationen meistern, die schnell wechseln und dicht auf einander folgen. Auch das schlauchartige und lineare Führungsprinzip von MW2 ist in BC2 etwas besser kaschiert worden, so bekommen wir einen Timer, der uns anzeigt wenn wir das Schlachtfeld verlassen haben. Dadurch bleibt die Weitsicht gewahrt und engt den Spieler nicht ganz so ein. Auch bietet das Leveldesign mehr Raum zum Erkunden, so dass man nicht immer den gleichen Weg nehmen muss. Bedingt durch die opulente Ausstattung des Terrains, sind solche Hilfsmittel ja schon lange Zeit legitim, siehe Crysis und Co. An dieser Stelle muss Dice einfach mal ein Lob ausgesprochen werden, denn diese Art der Begrenzung dürfte zu einer der Besten gehören.

Das Ganze gepaart mit einer wirklich beeindruckenden Optik. Ob es die wunderschönen Winterlandschaften oder die saftigen grünen Dschungel-Gebiete sind, oder aber auch die beeindruckenden Wüstenpanoramen, alles ist bis ins Kleinste effektvoll angeordnet und passt optimal ins Spiel Geschehen.
Hinzu kommt nun noch das einmalige Zerstörungspotential, was mit einem Destruction 2.0 groß angepriesen wurde. Hier kann einfach alles, aber auch alles flach gelegt werden. Egal ob sich Gegner hinter Betonbarrikaden verschanzen oder in Häusern Schutz suchen, mit der richtigen Waffe kann dies alles in seine Bestandteile zerlegt werden. Das ist ein wirkliches Highlight und macht richtig Laune.
Schade nur, das bei all dieser Zerstörungswut die KI weitestgehend auf der Strecke bleibt. Auch wenn selbst im schweren Modus die Treffer hohen Schaden anrichten, so bleibt das Spielen mit den Deckungsmöglichkeiten meistens nur uns selbst vorbehalten.
Oft ist zu erleben das Gegner einfach nur stur dastehen und nichts tun. Keine Reaktion auf irgendwas. Anders wieder scheinen die Helikopter gerade zu ein Eigenleben zu entwickeln, wissen sie denn immer genau wo wir uns gerade verschanzt haben. Das waren zum Beispiel ein paar wirklich schwere und unfaire Punkte im Verlaufe der Missionen.
Zudem erschwert, da es auch in der PC Version keine freien Speicherplätze gibt. Hier muss der Spieler mit den vorgegebenen Savepoints auskommen.
Was aber im Falle von Bad Company 2 nicht wirklich tragisch ist, ist das Spiel doch selbst im schwersten Modus noch zu leicht für geübte Shooter-Freunde. Was sich auch in der kurzen Spielzeit von sechs bis acht Stunden wieder spiegelt.

Fazit
Der Einzelspieler von Battlefield Bad Company 2 kann auf ganzer Linie überzeugen und ist quasi ein Muss für jeden Shooter-Liebhaber. Trotz seiner sehr guten Präsentation und seiner gelungenen Storyführung, hat er aber auch einige Schwächen, wie KI Aussetzer oder gelegentlichen Clipping-Fehlern in den Karten. Alles aber so minimal, das es kaum ins Gewicht fällt. Der etwas zu leicht geratene Spielverlauf macht das Durchspielen dagegen eher zum Spaziergang und fordert den erfahrenen Spieler einfach zu wenig. Die kurze Spielzeit von sechs bis acht Stunden, je nachdem wie viel Zeit der Spieler sich dabei lässt, ist zwar mittlerweile in diesen Genren Standard, aber für Interessierte Einzelspieler ein kleiner Wermutstropfen, denn ein wirklichen Wiederspielanlass gibt es nicht. Schade!

Mehrspieler

Auf Grund des hervorragenden Multiplayer von Bad Company 2, werden wir diesem sogar einen extra Teil der Review widmen. Die Battlefield Reihe ist bekannt für opulentes Mehrspielererlebnis. Darum lag der Fangemeinde dieser besonders am Herzen. Gerade nach dem Desaster, den sich Infinity Ward mit Modern Warfare 2 für den PC Spieler leistete, blieb vielen nur die Hoffnung auf Schwedens mächtiges Konkurenzprodukt. Das Dice hier mit jeder Meldung im Vorfeld, immer wieder die angeschlagene Seite Activisions neu attakierte, ließ darauf schließen, das viele enttäuschte Spieler hier ein neues zu Hause finden könnten.
Tja und wer sich schon einen ersten Eindruck in der Closed Beta verschaffen konnte, dem stand ein Pflichtkauf quasi rot umrandet auf dem Terminkalender.

Nach den anfänglichen Startschwierigkeiten, die zu erwarten waren bei dem hohen Andrang von neuen Spieleaccounts, dürfte nun auch der letzte Pessimist so langsam davon überzeugt sein, hier rockt ein Mehrspielertitel - und das so richtig gewaltig.
Auch wenn zu Beginn nur mit acht Karten ausgestattet, der Umfang auf den ersten Blick nicht gerade üppig ausfällt, so sieht das schon ganz anders aus, wenn die ersten Matches gespielt worden sind. Wie groß zum Beispiel die einzelnen Maps insgesamt sind, wird deutlich in Spielmodi wie Eroberung oder Capture the Flag. Nach und nach müssen die Karten Stück für Stück eingenommen werden, trotz der riesigen Größe hat sich Dice hier wenig bis keine Patzer im Balancing geleistet. So lange allerdings die Teams auf beiden Seiten ausgeglichen sind.
PC Spieler dürfen ja bekanntlich, im Gegensatz zu den Konsolerus, die mit nur 16 Mann auskommen müssen, mit bis zu 32 Leidensgenossen auf der Karte Krieg spielen.
Hier zeigt sich die wahre Gestalt des Mehrspielers, denn noch nie war der virtuelle Fight auf Teamplay-Basis so grandios umgesetzt worden.
Kein stupides im Kreis rennen wie auf Modern Warfare 2 Karten. Taktik und gute Zusammenarbeit bilden hier die Grundlage des Erfolges.
Zusätzlich kann sich dann noch in Squads zusammen gefunden werden, dass für eine bessere Übersichtlichkeit auf der Karte sorgt, aber vor allem einen schnellen Wiedereinstieg ermöglicht. Was unerlässlich bei der Kartengröße ist.
Alles ist aber wunderbar platziert auf dem Monitor und braucht wenig Einarbeitungszeit. Natürlich fehlen auch die mittlerweile zum Standard gehörenden Auszeichnungen, Sterne oder Anstecknadeln nicht. Die dafür sorgen, dass der Spieler immer wieder kleine Erfolge feiern kann. Denn der Weg bis zum Höchstlevel, ist ein sehr sehr langer.

Neben dem Ganzen taktischen und operativen Teil gibt es noch zwei, die dazu beitragen, dass Bad Company 2 sich einen der begehrten Treppenplätze an der Spitze des Genres fest gesichert hat. Das ist zum einen der Sound und zum zweiten das schon für Kenner bekannte Destruction 2.0.
Mit Fug und Recht kann an dieser Stelle behauptet werden, dass beides zusammen zu einem Erlebnis verschmelzen, dass man so noch nicht genießen konnte.
Ein mittendrin Gefühl, das in den letzten Wochen in diesem Zusammenhang so oft beschrieben wurde, ist quasi maßgebend. Egal wo der Spieler versucht Deckung zu suchen, er wird diese nicht lange behalten. Hier zeigt sich auch, dass Flexibilität und vorausschauendes Planen wichtige Eigenschaften für das erfolgreiche bestehen der Matches sind.
Denn fast alles kann zerstört, verändert und beeinflusst werden. Das erzeugt ein schnelles und dynamischen Spielgefühl und sorgt zugleich für reichlich Abwechslung.
Hinzu kommt, dass neben der Infanterie auch reichlich Fahrzeuge, Hubschrauber oder Fernwaffen eingesetzt werden können. Alles zusammen bildet ein perfektes Kriegsszenario, wo Puls und Adrenalin stetig am steigen sind.

Neben den reichlichen Lobhudeleien, soll aber auch nicht verschwiegen werden, dass Bad Company 2 noch mit so manchen Problem zu kämpfen hat.
So kann es vorkommen, dass PC Spieler die noch mit einem Windows XP, obwohl auf der Packung proklamiert, unterwegs sind, den Titel einfach nicht mehr Spielen können.
Gerade nach den neusten Updates war dies zum Beispiel auf unserem Testrechner der Fall. Lösung war hier die Installation eines Windows 7 Systems. Aber auch dieses hatte sich mehrfach mit einem konsequenten wiederfinden auf dem Desktop gemeldet.
Neben den häufigen Abstürzen, kamen noch die langen Wartezeiten im Serverbrowser hinzu. Was wohl der riesigen Anzahl an neuen Servern zuzuschreiben ist.
Hier arbeiten die Entwickler aber unermüdlich an schnellen Lösungen.

Fazit
So kann zusammengefasst werden, wer auf taktisches Teamplay und bombastischer Inszenierung steht, gepaart mit viel Humor und schnellem Gameplay, wird an diesem Titel nicht vorbei kommen können. Denn erstens gab es bis heute kein ähnlich intensiven, massentauglichen und dabei anspruchsvollen Mehrspieler und zweitens, bietet dieser zudem auch noch dezidierte Server, was gerade für Clans besonders interessant sein sollte.
Auch Gelegenheitszocker kommen auf ihre Kosten, müssen aber mit etwas mehr Spieltiefe rechnen, als beim Genre-Primus Modern Warfare 2.
Was wiederum aber gut für alle ambitionierten BC2 Spieler ist, trennt sich doch so die Spreu vom Weizen.
Angekündigte Kartenerweiterungen sowie lange Supportzeiten seitens der Entwickler, versprechen also anhaltenden Spielpass für die nächsten Monate.
Erfahre hier, wie der Titel in unserer Wertung abgeschlossen hat.

Meinungen

14.03.10 21:43
the Brain
Zuletzt online: 1 Tag 16:57
Ja, hoffe nur das es auch weiterhin Spaß macht!
14.03.10 19:15
Jack
Zuletzt online: 22.03.14 11:56
Ja, dann kann ich mich nur "Lord|Schirmer" anschließen ein echt cooles Game, aber leider wie immer ist der Singleplayer ist zu kurz.
14.03.10 18:21
Lord|Schirmer
Zuletzt online: 1 Tag 19:39
Macht Spass! Gutes Game!
Battlefield: Bad Company 2

Plattform

PCPS 3XBOX 360
Release05.03.2010 GenreEgo-Shooter Entwickler Electronic Arts Dice Publisher Electronic Arts Engine Frostbite
Einzelspieler Mehrspieler
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