PC Test - Deliver Us The Moon

Was passierte auf der Mondstation?
Unser Artikel zum wohl interessantesten Abenteuer des Jahres.
11.10.19 10:43 Autor: Seb66
Alle Inhalte von Seb66
News Artikel Videos Bilder Spiele
Wire Produktions und KeokeN Interactive haben vor wenigen Tagen einen Titel veröffentlicht, der bereits vor einigen Monaten als einer meiner heimlichen Favoriten galt. Deliver Us The Moon machte vor allem auf sich aufmerksam mit einer sehr überzeugenden Grafik und einem interessanten Setting. Wie der Name es bereits verrät, dreht sich alles um den Mond – Und das alles in diesem Jahr, wo man 50 Jahre Mondlandung feierte. In dieser Review stelle ich dir den Titel vor und erläutere etwas zur Geschichte.

Die düstere Zukunft der Erde und der Mond als Energielieferant

Die Geschichte des Titels dreht sich um Rolf Robertsson, einer der wenigen letzten Angestellten der World Space Agency. Er erwacht in seinem Wohncontainer und wird durch Claire angeleitet. Ein hereinbrechender Sandsturm droht aber die bevorstehende Expedition zu gefährden. Kurz bevor ich die Steuerung über Rolf übernehme, schwenkt der Blickwinkel über einen Haufen an Zeitungsberichten. Gespielt wird am Anfang aus der Ego-Perspektive. Der Titel wechselt im weiteren Verlauf immer wieder mal zur Third-Person und der Ego-Perspektive. Sobald Rolf aufwacht, beginnt bereits das Abenteuer. Auf einem Tisch finde ich eine Startanleitung der noch einzig verbleibenden Rakete, welche ihn zum Mond bringen soll. Das aufgerufene Dokument (später auch Objekte) kann gedreht und mit einem genaueren Text angezeigt werden. Es empfiehlt sich hier dieses Dokument schon einmal genauer anzuschauen, denn später muss ich genau dieses Prozedere unter Zeitdruck einleiten. (Alternativ gibt auch der Computer der Taurus V eine Step by Step Anleitung an.)

Das Dokument wieder zurückgelegt, geht es zum Anzug. Dieser bietet mir nicht nur Schutz im All (auch durch eine interne Sauerstoffversorgung für 3 Minuten), sondern auch einen kleinen Computer am Handgelenk. Über diesen kann ich alle gesammelten Dokumente, Ausrüstungsteile, Audiologs, sowie kurze Rückblicke auf den geschichtlichen Verlauf einsehen. Nachdem Rolf nun den Helm und den Anzug angelegt hat, geht es hinaus ins Freie. Zur Rechten sieht er eine riesige Schüssel, umgeben von vielen Solaranlagen. Auf der anderen Seite die Startrampe mit der letzten noch funktionsfähigen Mondrakete. Sozusagen die Letzte aus der Zeit der WSA. (Kurzform für World Space Agency) Doch warum das Letzte? Hierfür muss ich nun etwas ausholen und in die Vergangenheit gehen. Die Welt befindet sich fast am Ende des Klimawandels – Sandstürme und Überschwemmungen beherrschen nun das Wetter der Erde. So blau wie sie mal war, ist sie im Jahr 2059 nicht mehr. Jenes Jahr in dem Rolf sich auf die einzigartige Mission begibt. Doch um meinen Text etwas zu verstehen gehe ich noch weiter Zurück.

2030 begann auf der Erde die Energiekrise. Alle fossilen Brennstoffe wurden aufgebraucht und der fortgeschrittene Klimawandel machte es nicht mehr so einfach, den Energiehaushalt aufrecht zu erhalten. Die Weltmächte gründeten darauf die World Space Agency, um mit neuen Technologien den Mond zu erkunden. Nach einer Expedition wurden sie auch fündig – Helium 3 . Rasch wurde eine Mondbasis errichtet und eine weitere neue Technologie aktiviert. Den Mikrowellen-Energie Transmitter. Das Helium 3 wird auf dem Mond abgebaut und durch einen erweiterten Fusionskern als Energiequelle genutzt. Die entstandene Energie wurde vom Mond aus mit MPT direkt auf die Erde übertragen, sodass alle wieder Energie hatten. Leider stellte sich schnell heraus, das die gelieferte Energie nur für 20% der Menschheit ausreicht und auch nur in einem schmalen Streifen um den Äquator abgefangen werden kann. 2052 folgte das undenkbare – Die Energie aus dem All versiegte und jeglicher Kontakt zu der Mondbesatzung riss ab. Dieser Tag wird im Spiel auch oft als MPT-Blackout bezeichnet.

Bei der Bodenkontrolle der WSA gab es Ratlosigkeit. Schnell schickten sie einen kleinen Trupp nach Oben, um aufzuklären, was da schief lief und wohin alle Besatzungsmitglieder sind. Doch auch der Kontakt der Zwei-Mann Truppe brach ab. 2055 löste sich die WSA auf und übergab die Erde ihren unvermeidlichen Schicksal. Aber eine kleine Gruppe der früheren WSA Kolonisten, befindet sich noch auf der Erde und will mit einer Ein-Mann Rakete den Mond erneut aufsuchen, auch ohne WSA. So kommt es, das Rolf alleine, mit Funkunterstützung von Claire, sich auf den Weg zum Mond macht. Doch bis zum Start dauert es noch etwas. Zuerst muss ich mich mit Rolf quer durch die Startrampe bewegen, einige Systeme starten und viele viele Dokumente inspizieren und sammeln. (Darauf gehe ich gleich noch ein.) Alles läuft darauf hinaus, das ich mit Ihm zuerst die Treibstoffleitungen schließen und die Startsequenz einleiten muss. Ab hier wird es das erste mal richtig hektisch, denn der angekündigte Sandsturm, welcher eventuell auch die Mondrakete schädigen könnte, erreicht meine Position früher als gedacht. Zack steht oben in der Mitte ein kleiner Countdown der munter herunter zählt. Unter Zeitdruck geht es zur Plattform und rein in die Rakete. Nur noch schnell die Startsequenz vervollständigen und zeitnah alles Bereit für den Start machen. Danach geht die Reise erst richtig los.

Dokumente, Audiologs, Verschlüsselte Nachrichten und was sonnst noch erkundet werden kann.

Deliver Us The Moon ist keinesfalls ein Shooter oder ein Survival Game. Folglich erwartet dich kein geballer oder handgreiflichen Konfrontationen. Viel mehr ist es ein Science-Fiction-Thriller mit vielen kleinen Rätseln und Erzählungen. Stück für Stück muss Rolf die einzelnen Bereiche der umfangreichen Mondbasis wieder aktivieren und stößt dabei auf Dokumente, Objekte und Audiologs von verschiedenen Personen. (Darunter das erste Rettungsteam und der ehemaligen Besatzung, welche während des Blackouts dort lebte. Die Story, welche sehr linear verläuft, konzentriert sich dabei aber viel mehr um zwei Hände voll an “besonderen“ Personen der Mondbasis.) Um also andere Bereiche der Basis zu erreichen, muss Rolf die Stromversorgung wieder herstellen, Storm umleiten, gefährliche Situationen meistern und alle Vorkehrungen für eine Reaktivierung des MPT treffen. Dank Speicherpunkten falle ich beim Sterben nicht all zu weit im Fortschritt zurück. Doch was könnte denn so gefährlich sein? Im Grunde so einiges: Stromschläge, Verbrennungen oder das Ausgehen des Sauerstoffs im Anzug. (Schließlich gibt es auch viele Außeneinsätze zu meistern. Jedenfalls ist das Sammeln und suchen von Dokumenten, Audiologs und Objekten ein eigenes kleines Tätigkeitsfeld. In jedem Levelabschnitt bietet das Spiel eine gewisse Anzahl an Dokumenten und Objekten die gesammelt werden können. Zusätzlich lassen sich besondere Objekte, welche einen besonderen Bezug zur Geschichte haben, mit einem Scanner durchleuchten.

Sowohl am Handgelenkscomputer als auch in der Levelauswahl des Spiels, sehe ich wie viele der Objekte ich schon gefunden habe. Diese Anzeige reichte meistens für mich aus, um mich noch umfangreicher umzusehen.
) Im Verlauf des Spiels finde und repariere ich einen kugelartigen Roboter, einen ASE. Dieser kleine wird der neue Wegbegleiter und eine Erweiterung im Bezug der Lösung von verschiedenen Rätseln. Zugegeben... viele Rätsel sind recht einfache Mechanismen die abgearbeitet werden müssen. Manchmal stockte ich dann doch an ein paar Rätseln. Was ich persönlich toll finde, sind die abwechslungsreichen Arten der Rätsel. So muss ich zum Beispiel auch den Roboter instandsetzen und verschiedene Komponenten suchen und neu verbauen. Diese bestanden aber aus mehreren Teilen die kombiniert werden mussten. Die Rätsel sind selten so strukturiert, das eine Lösung ausreicht. Nein... Man schiebt einfach noch ein paar weitere Tätigkeiten hinzu. Für manche Spieler werden diese Rätsel einfach, für die anderen Interessant sein. Ich persönlich sehe das Ganze nicht so negativ. Auch aus dem Kontext heraus, das sich das gesamte Spiel wie ein Film spielt. Übrigens kann der ASE Roboter noch mehr! Er kann sogenannte Holoaufzeichnungen an vorgegebenen Stellen abspielen und somit kurze Momente aus der Geschichte erneut anzeigen. Weiterhin darf ich auch die Kontrolle über ihn übernehmen, sodass ich auch in die letzten Ecken der Basis komme, um Türen zu öffnen oder andere System an- und auszuschalten.

Atmosphärisch ein Meisterwerk – Nicht zuletzt durch die richtige Musik

Zugegeben, ich muss mich bei diesem Text sehr zurück halten, sodass ich nicht zu viel spoilere. Am Ende erscheinte mir das Spiel wie ein packender Film. Sozusagen die Odyssee im All. Jedenfalls konnte mich die hochauflösende Grafik und die sehr packende/passende Musik, sowie die Story selbst, extrem überzeugen. Spieler mit einer RTX Grafikkarte dürfen sich zudem über umfassende Spiegeleffekte freuen. Im Test nutzte ich die RTX Technologie nicht, konnte aber somit sehen, wo die neue Technologie seine stärken ausspielen kann. Für Spieler ohne RTX gibt es dadurch im übrigen keinen großen Nachteil oder gar ein Minus. Die Spiegelungen würden eh nur da auftauchen, wo man sonnst nicht darauf achtet. Wie bereits erwähnt, ist die Grafik des Spiels überwältigend. An vielen Ecken trifft man auf Zeichnungen auf Standwänden oder auf Notizen, welche nicht inspiziert werden können. Trotzdem konnte ich sie beim genauen anvisieren super lesen. Generell legten die Entwickler viel Liebe in die Details des Spiels: Hier ein Bausatz, da ein Comic, in dieser Kabine ein Poster und umher schwirrende Bücher und und und. Ich habe in diesem Spiel kaum einen Raum gesehen, der sich per Copy&Paste mit dem anderen gleicht. Aber auch die Eindrücke von den Außeneinsätzen wissen zu überzeugen. Nicht zu vergessen sind natürlich auch die vielen vielen Effekte, die dieser Titel bietet. Zum Beispiel spiele ich in der ersten Zeit in vollkommener Schwerelosigkeit.

Das Spielgefühl und die Steuerung sind extrem gut gelungen und vermitteln frei das volle Gefühl der Schwerelosigkeit. Auch hier ein fettes – Daumen hoch! Einen weiteren großen Anteil an der tollen Spielatmosphäre hat der Soundtrack. Dieser wurde sehr überdacht ausgesucht und sorgt für eine stimmige Atmosphäre zu jeder Zeit. Mir gefiel dieser sogar so gut, das ich mir den Track am Ende des Spiels komplett anhörte. Dies ist bei mir eher selten der Fall. Doch nicht nur musikalisch fiel die Auswahl sehr bedacht aus, nein auch bei den Stimmen setzte man anscheinend auf die richtigen Leute. Allen voran Youtube und Internetstar Gronkh alias Erik Range. Zum Großteil hörte man ihn nur in den Dialogen mit Claire via Funkübertragung. Doch dieses Spiel ist keine One-Man Show, sondern beinhaltet noch viele weitere Synchronsprecher die alle samt eine tolle Arbeit gemacht haben. Und trotz der vielen lobenden Worte gibt es an dem Spiel doch ein, zwei Kritiken zu äußern. Zum einen hätte ich mir gewünscht, das der Titel bisschen länger gegangen wäre. Einen großen Wiederbespielbarkeitswert hat Deliver Us The Moon nämlich leider nicht. Einzige Motivation: Das restliche Suchen und Sammeln von Dokumenten und Objekten. Damit ich genau an diese Stellen springen kann, bietet mir die Levelübersicht im Hauptmenü genau diese Option an. Eine weitere Kritik geht an die Bewegungsanimation, welche sich beim Laufen und beim Betätigen der seitlichen Bewegung etwas zackig darstellt. Hier hätte man vielleicht noch eine etwas feinere Bewegung einfließen lassen können. Sonnst ist Deliver Us The Moon einer der überzeugenden Abenteuerspiele des Jahres 2019. Achja... einen Mehrspieler besitzt der Titel nicht.

Weitere Bilder aus dem Test habe ich für dich in der entsprechenden Galerie.
Erfahre hier, wie der Titel in unserer Wertung abgeschlossen hat.

Meinungen

Dieser Beitrag hat noch keine Einträge.

Deliver Us The Moon

Plattform

PCPS4Xbox One
Release10.10.2019 GenreAction-Adventure Entwickler KeokeN Interactive Publisher Wired Productions Engine Unreal Engine 4
Einzelspieler

Social Links

Homepage Offizielle Homepage Twitter keine Infos Facebook keine Infos Youtube keine Infos Fanseite keine Infos Wiki keine Infos

Handbuch

Kein Handbuch vorhanden

VR Headset

HTC Vive Nein Oculus Rift Nein PS VR Nein Hololens Nein